Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Jim Dine
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Jim Dine: Verzückt mit Eunice, 2005, © Jim Dine, VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Jim Dine (*1935)

Jim Dines Interesse für die Photographie begann schon um 1960. Über Lee Friedlander kam er 1962 in Kontakt mit der Arbeit von Garry Winogrand und Diane Arbus, er begann bald eine eigene Sammlung von Photographien und Photobänden anzulegen. 1966 erhielt er den Auftrag, eine Ausgabe von Le poète assassiné des französischen Dichters und Kunstkritikers Guillaume Apollinaire zu illustrieren, wofür er eigene Photographien, Zeichnungen und Collagen verwendete. In den späten 1970er-Jahren arbeitete Jim Dine im Rahmen des Kodak-Programms in Boston erstmals mit einer großen 20“ x 24“-Polaroidkamera (circa 50 x 60 cm). 1994, mit seiner Gastprofessur an der Hochschule der Künste in Berlin, startete seine bis heute andauernde kontinuierliche Arbeit mit dem Medium Photographie.
Jim Dine, der zu den bemerkenswertesten Künstlern der Gegenwart zählt, erhielt bereits Ende der 1950er-Jahre große Aufmerksamkeit in der New Yorker Kunstszene, wo er gemeinsam mit Claes Oldenburg und Allan Kaprow erste Happenings veranstaltete. Mit Oldenburg, Tom Wesselmann und George Segal gehörte Jim Dine zum inneren Kreis einer mit der Pop Art verbundenen Künstlergruppe. Dine suchte aber schon bald einen anderen Weg und begann, sich intensiv mit der klassischen Moderne, der Antike und der Poesie auseinander zu setzen.
Standen am Beginn seiner künstlerischen Laufbahn die Malerei, die Graphik und die Skulptur, so nimmt seit den 1990-Jahren die Photographie einen größeren Stellenwert ein. Mittels symbolgeladener Gegenstände wie vielerlei Werkzeuge, der literarischen Pinocchio-Figur oder dem Raben und der Eule, die als ausgestopfte Tiere in seinen Bildern wieder zum Leben erwachen, komponiert Jim Dine eindrückliche Tableaus, häufig auch als vielschichtige und bisweilen rätselhafte Selbstportraits angelegt. Charakteristisch ist die Einbeziehung von Schrift und Sprache, teilweise handschriftlich skizzierte Gedichte, die auf der Wand seines Ateliers entstehen und die sich in seinen Photographien, gewissermaßen als Verdichtung des zeichnerischen Prozesses, zu neuen Schriftzeichen formen. Weitere Motivkreise sind botanische Studien und landschaftliche Aspekte wie beispielsweise in der Serie Entrada Drive von 2001.

Seit 2004 hat Jim Dine der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur bis heute rund 1.500 Werke in verschiedenen Techniken, so als Heliogravüren, Polaroid, chromogene Farbabzüge, Gelatinesilberabzüge, übereignet. In den Jahren 2004 und 2008 wurden umfangreiche Einzelausstellungen mit photographischen Arbeiten von Jim Dine in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur gezeigt.

Biographie

1935               geboren in Cincinnati, Ohio
1957               Bachelor of Fine Arts, Ohio University in Athens
1958               Umzug nach New York
1959–1965     zahlreiche Happenings, insbesondere in der Judson Gallery und der
                       Reuben Gallery, New York
1960               erste Einzelausstellung in der Reuben Gallery, New York
1962               Begegnung mit Ileana Sonnabend und Beginn einer langjährigen
                       Zusammenarbeit
1964               Teilnahme an der Biennale Venedig
1967               Umzug nach London
1970               Retrospektive im Whitney Museum of American Art in New York
1971               Rückkehr in die USA, lässt sich in Putney, Vermont, nieder
1977               Teilnahme an der documenta VI, Kassel
1980               Jim Dine wird zum Mitglied der American Academy and Institute of
                       Arts and Letters, New York, ernannt.
1984–1985     Retrospektive im Walker Art Center, Minneapolis
1985               Umzug von Vermont nach New York
1993–1997     lehrt an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Künste
                       in Salzburg
1995               Gastprofessur an der Hochschule der Künste, Berlin
1997               Mitglied der Akademie der Künste, Berlin
2001               Umzug nach Paris, um dort einen Teil des Jahres zu arbeiten.
2005               Heirat mit Diana Michener

Lebt und arbeitet in Walla Walla und Paris

Literatur

Guillaume Apollinaire: The Poet Assassinated, übersetzt von Ron Padgett, illustriert von Jim Dine, New York: Holt, Rinehart and Winston, 1968; Work from the same house: photographs and etchings / Lee Friedlander, Jim Dine, London: Trigram, 1969; Andy Grundberg: Jim Dine: photographs, London: Alan Cristea Gallery, 1997; Jim Dine: Photographies récentes: Exposition présentée à la Maison Européenne de la Photographie à Paris et au Carrousel du Louvre, Paris: Maison Européenne de la Photographie, 1998; Jim Dine: Birds, Göttingen, Steidl, 2001; Birds, Göttingen: Steidl, 2002; This Goofy Life of Constant Mourning, Göttingen: Steidl, 2004; Jim Dine. The Photographs, so far, 4-bändige Werkausgabe, Göttingen: Steidl, 2003; Jim Dine: Entrada Drive, Göttingen: Steidl, 2005; Some Drawings, Göttingen: Steidl, 2005; This is how I remember, now. Portraits. Photographs by Jim Dine, Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Göttingen: Steidl, 2008; Boy in the World, Göttingen: Steidl, 2009; Night Fields, Day Fields - Sculpture, Göttingen: Steidl, 2011; Hello Yellow Glove, Göttingen: Steidl, 2012; Donkey in the Sea before Us, Göttingen: Steidl, 2013; A Printmaker's Document, Göttingen: Steidl, 2013.

Stellenangebot

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On Tour

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Veranstaltungsprogramm:

Öffentliche Führungen:

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellungen, um 15 Uhr,
ohne Voranmeldung, Treffpunkt an der Ausstellungskasse (Eintritt + 2 Euro)

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

Künstlergespräch
mit Laurenz Berges:

Dienstag, 29. Mai, 19 Uhr
Eintritt 7,50 Euro / erm. 5 Euro
Weitere Informationen finden Sie hier.

Vortrag:

Donnerstag, 28.6., 19 Uhr
"Die Geometrie der regelmäßigen Anordnung von Pflanzenorganen: Paul Dobe und das botanisch-mathematische Wissen seiner Zeit",
mit Dr. Christian Reick, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg,
 Eintritt 7,50 Euro / erm. 5 Euro
Weitere Informationen finden Sie hier.
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Veranstaltungen für Kinder:

Die Photo-Detektive...
Wir entdecken eine Ausstellung

Für Kinder von 6–10 Jahren

Die nächsten Termine:
Samstag, 9.6.2018
15–16.30 Uhr

Weitere Informationen finden Sie hier!

Darüber hinaus sind individuelle Buchungen für Kindergruppen möglich, Infos unter
Tel.: 0221/88895300.


Workshop:

Samstag, 23.6., 14–17 Uhr
"Leicht zu übersehen – auf den Spuren von Raum und Zeit",
10–14 Jahre, mit Verena Günther
15 Euro inkl. Material, um Voranmeldung wird gebeten

Weitere Informationen finden Sie hier!

Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!