Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Gabriele und Helmut Nothhelfer
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Gabriele und Helmut Nothhelfer: Dame beim Pfingstkonzert im Zoologischen Garten, Berlin 1974, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Gabriele und Helmut Nothhelfer

Die Photographische Sammlung besitzt ein Set der von Gabriele und Helmut Nothhelfer autorisierten photographischen Reihe, erweitert um die so genannte „Ruhende Serie“ mit unter anderem Motiven aus Düsseldorf und Barcelona.
Die Nothhelfers interessieren Freiräume im Alltag und so nutzen sie seit den frühen siebziger Jahren ihre freie Zeit an Sonn- und Feiertagen, um in ihrem Wohnort Berlin Veranstaltungen wie öffentliche Konzerte, Kundgebungen, Gedenktage oder Bürgerfeste aufzusuchen. Sie beobachten dort Menschen, die sich von den Mühen der Arbeitswoche erholen möchten, oder aber sich von den Sorgen des Alltags abzulenken versuchen. Zunächst war die Arbeit des Künstlerpaares gesellschaftskritisch motiviert. Sie entstand mit der Absicht, den Menschen die Problematik einer zunehmend entfremdeten Freizeit vor Augen zu führen, die mehr und mehr unter den Einfluss wirtschaftlicher und politischer Kräfte zu geraten drohte. Doch im Kontext der sich verändernden ästhetischen, medienspezifischen und zeitgeschichtlichen Bedingungen erhielt dieser sozialkritische Aspekt allmählich einen anderen Stellenwert. Inzwischen wollen die Nothhelfers ihre Photographien ohne theoretische Voreinstellung betrachtet wissen, allein kurze, prägnante Titel informieren über den Anlass, den Ort und das Entstehungsjahr der Aufnahmen.
Jedes Bild, das sie seit 1973 – dem Jahr ihrer Hochzeit –unter gemeinsamer Autorenschaft für die Veröffentlichung freigeben, durchläuft bei ihnen einen intensiven Betrachtungs- und Befragungsprozess. Während der verschiedenen Phasen der Bilderarbeitung, der Entwicklung, Vergrößerung, Goldtonung, Trocknung sowie des Gesprächs, prüfen die beiden Künstler die Wirkungskraft jeder einzelnen Aufnahme. Heute umfasst die zur Veröffentlichung ausgearbeitete Reihe von Gabriele und Helmut Nothhelfer 128 Schwarzweiß-Photographien – es ist die Essenz ihres über drei Jahrzehnte währenden Schaffens. Die Photographien der Nothhelfers oszillieren zwischen den scheinbar gegensätzlichen Vorgehensweisen der arrangierten Atelieraufnahme und des spontanen Schnappschuss-Verfahrens. Sie vereinen in sich kompositorische Stringenz und die intuitive, unmittelbare Reaktion auf eine gegebene Situation.

Gabriele und Helmut Nothhelfer haben ein deutsches Gesellschaftspanorama geschaffen, das berechtigterweise vielfach Assoziationen zu jenem in den zwanziger Jahren bekannt gewordenen Portraitwerk Menschen des 20. Jahrhunderts von August Sander hervorgerufen hat. Auch für das Künstlerpaar der zweiten Hälfte des 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts gelten Sachlichkeit, Vorbehaltlosigkeit, Geschichtsbewusstsein, ästhetisches Empfinden und Präzision, psychologisches Gespür und methodische Konsequenz als Voraussetzung ihrer Arbeit.

Biographie:

Gabriele Nothhelfer, geb. Zimmermann, geboren am 5. März 1945 in Berlin
Helmut Nothhelfer, geboren am 3. Juni 1945 in Bonn

1967–1969      gemeinsame photographische Ausbildung an der Lette-Schule, Berlin
1969–1970      Studienaufenthalt bei Otto Steinert an der Folkwangschule für Gestaltung in
                        Essen
1970                im Sommersemester Reise nach Spanien
1971–2006      Helmut Nothhelfer arbeitet als Wissenschaftlich-technischer Photograph
                        an der Zahnklinik der Freien Universität Berlin
1972–2006      Gabriele Nothhelfer arbeitet als Wissenschaftlich-technische Photographin
                        am Institut für Land- und Seeverkehr, Fachgebiet Kraftfahrzeuge, Technische
                        Universität Berlin
1973                Heirat am 6. September
1978–1981      Gemeinsame Lehrtätigkeit an der Freien Universität Berlin,
                        Institut für Publizistik
1986                Gemeinsame Lehrtätigkeit an der Hochschule der Künste Berlin,
                        Fachbereich 1 Bildende Kunst

Literatur:

Gabriele und Helmut Nothhelfer. Zwischenräume. Menschen in Berlin 1973–1982, Hrsg. Ann und Jürgen Wilde, Texte Michael Zimmermann, Ann und Jürgen Wilde, Köln: DuMont Buchverlag, 1983; Gabriele und Helmut Nothhelfer. Lange Augenblicke. Die fotografischen Bilder von 1970–1992, Hrsg. Klaus Honnef, Landschaftsverband Rheinland/Rheinisches Landesmuseum Bonn, Text Klaus Honnef, Heidelberg: Edition Braus, 1993; Gabriele und Helmut Nothhelfer. Momente und Jahre, Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Texte Gabriele Conrath-Scholl/Claudia Schubert, Gabriele und Helmut Nothhelfer, Volker Scherliess, München: Schirmer/Mosel, 2009.

August Sander: Malerehepaar [Martha und Otto Dix], 1925


Neuer limitierter Kunstdruck, den Sie bei uns erwerben können.
Detaillierte Informationen finden Sie unter diesem Link.

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Ausstellungen On Tour:

August Sander. Fotografien aus "Menschen des 20. Jahrhunderts"

Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg

11. April bis 15. Juni 2017
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Der Einsendeschluss für den diesjährigen Photowettbewerb der Universität zu Köln - L. Fritz Gruber Preis 2016/17 rückt näher. Noch bis zum 30. April 2017 sind alle Studierenden, Gasthörer_innen, Mitglieder und Angehörige, Mitarbeiter_innen und Freunde der Universität zu Köln zur Teilnahme am Wettbewerb eingeladen. 
Das diesjährige Thema lautet „Spurensuche – Fakt oder Fiktion?“. Die Uni Köln freut sich auf interessante fotografische Umsetzungen dieses Themas.

Weitere Informationen unter
www.portal.uni-koeln.de/photowettbewerb.html.

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Öffentliche Führungen:

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellung, 15 Uhr,
ohne Voranmeldung


Die Photo-Detektive...Wir entdecken eine Ausstellung:

Samstag, 6. Mai, 10. Juni und 1. Juli 2017, 15–16.30 Uhr
Führungen für Kinder von circa 6–12 Jahren, mit Verena Günther
individuelle Buchungen möglich, Infos unter Tel.: 0221/88895300

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!