Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Petra Wittmar
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Petra Wittmar (*1955)

Das aus 50 Schwarzweißaufnahmen bestehende Werkkonvolut Medebach, 1979-1983 stellt die Dokumentation des Ortes Medebach im Sauerland dar. Die Photographin Petra Wittmar ist dort geboren und aufgewachsen. Heute lebt sie in Essen, wo sie an der Universität Essen GHS/Folkwang von 1977 bis 1983 ein Photographie-Studium absolvierte.

Als sich der Ort ihrer Kindheit im Laufe der 1970er-Jahre veränderte und eine Entwicklung vom dörflichen zum kleinstädtischen, vermeintlich moderneren Leben vollzog, drang zunehmend Unspezifisches und Austauschbares in eine historisch gewachsene Struktur ein. Kaum aber hatten sich neuartig standardisierte Baunormen und Geschmacksvorstellungen durchgesetzt, konnte eine dem scheinbar entgegengesetzte Sehnsucht nach Heimat und individuellem Glück beobachtet werden. Daraus ergaben sich ästhetische Brüche sowie kulturelle und gesellschaftliche Widersprüche, die Fragen der Identität aufwarfen.
Das Langzeitprojekt Medebach, die Abschlussarbeit des Studiums von Petra Wittmar, umfasst neben Ansichten von Häusern, Straßenzügen, kleineren Plätzen und Landschaftsabschnitten ebenso Innenraumaufnahmen, die eine unmittelbare Idee vom Leben der jeweiligen Einwohnerschaft geben, direkte Portraits von Menschen fehlen jedoch. Die Photographin hat ihre Motive in konzentriert ruhiger Einstellung mit zurückgenommener Lichtgebung aufgenommen, ihre nüchterne und sachliche Bildsprache kommt bis ins Detail zum Tragen. Der konsequente Verzicht auf Verklärung des Objekts und die große formale Stringenz machen die Qualität dieser Bildserie aus, die als eine deutsche Reaktion auf die amerikanische Bewegung der New Topographics gelesen werden kann. Petra Wittmar hat sich von 2009 bis 2011 noch einmal mit Medebach auseinander gesetzt, sie wählte aktuell das Medium der Farbphotographie.

Im Jahr 2006 hat die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur die Serie Medebach, 1979–1983 angekauft. 2007 fand eine erste Präsentation in den hauseigenen Räumen statt, begleitet von einer Publikation. Eine zweite Präsentation der Farbphotographien wurde 2012 umgesetzt.

Petra Wittmar, geboren 1955, arbeitet seit Ende ihres Studiums als freischaffende Photographin an Projekten zur europäischen Architektur des frühen 20. Jahrhunderts und zu Themen des urbanen und suburbanen Raums. Seit 1986 arbeitet sie mit Ulrich Deimel zusammen.

Lit.:
Petra Wittmar. Medebach. Photographien / Photographs 1979–1983, Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, in Zusammenarbeit mit Petra Wittmar, Text Hubertus von Amelunxen, Gespräch zwischen der Künstlerin und Gabriele Conrath-Scholl, Göttingen: Steidl, 2007; Petra Wittmar. Medebach. Fotografien 2009–2011, Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, in Zusammenarbeit mit Petra Wittmar, Ostfildern: Hatje Cantz, 2013.

Öffnungszeiten zu Karneval:


vom 23.2. (Weiberfastnacht) bis einschließlich 1.3.2017 (Aschermittwoch)
ist die Ausstellung geschlossen;

ab dem 2.3.2017 ist die Ausstellung wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet
(täglich von 14 bis 19 Uhr, mittwochs geschlossen).

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Weitere Motive unserer August-Sander-Edition finden Sie unter diesem Link.

August Sander: Maskenball, 1926

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Kommende Veranstaltungen:

Künstlergespräch mit Hans Eijkelboom:
Donnerstag, 9. März 2017, 19 Uhr

Photo-Workshop für Jugendliche:
Samstag, 11. März 2017, 14 bis 17 Uhr

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Öffentliche Führungen:

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellung, 15 Uhr,
ohne Voranmeldung


Die Photo-Detektive...Wir entdecken eine Ausstellung:

Samstag, 18. März 2017, 15–16.30 Uhr
Führungen für Kinder von circa 6–12 Jahren, mit Verena Günther
individuelle Buchungen möglich, Infos unter Tel.: 0221/88895300

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!