Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Analogien
D  |  E
William Christenberry: Coleman's Café, Greensboro, Alabama, 1971, © William Christenberry, 2013

21.9.2012—20.1.2013

Blick in die Sammlung

Analogien

Flankierend zur Walker-Evans-Ausstellung werden verschiedene photographische Positionen aus den hauseigenen Beständen gezeigt, die mit der Bildsprache des Amerikaners in enger Verbindung stehen. Von zentraler Bedeutung sind die Photographien von Eugène Atget und August Sander. Über beide äußerte sich Walker Evans 1931 positiv in seinem Beitrag „The Reappearance of Photography“, abgedruckt in der Zeitschrift Hound & Horn: „,Antlitz der Zeit’ ist mehr als ein Buch mit ,Typen-Studien’, schrieb er über Sanders erste Publikation, es ist „ein Werk, in dem mit der Kamera aus dem richtigen Blickwinkel auf die Menschen geschaut wird. Atget hat diese Perspektive bereits vorformuliert. Sanders Buch ist eine photographische Reflexion über Gesellschaft, ein klinischer Prozess; geradezu eine kulturelle Notwendigkeit, dass man sich fragen muss, warum nicht auch andere, sogenannte fortschrittliche Länder der Welt in dieser Weise untersucht und photographiert wurden.“

Kaum ein anderer Photograph wirkte mit seinem Werk so einflussreich wie Walker Evans. William Christenberry war mit Evans über Jahre befreundet. Eine gemeinsame Reise führte beide 1973 nach Hale County, Alabama, wo Christenberry seine Kindheit verbracht hatte und beide eine künstlerische Heimat fanden. Ein weiterer Freund von Evans, dessen Portfolio The American Monument gezeigt wird, ist Lee Friedlander. Jim Dines Hammer Wall verweist auf die gemeinsame Leidenschaft für die Schönheit von Werkzeugen. Stephen Shore setzte das von Evans angestimmte Motivspektrum des „American Vernacular“ in seinen berühmten Farbphotographien fort. Den transatlantischen Transfer nimmt Joachim Brohm mit seinen im Ruhrgebiet aufgenommenen Gartenhäusern vor.

Bernd und Hilla Becher photographierten nicht allein in jenen Gegenden, wo auch bedeutende Photographien von Evans entstanden sind, wie etwa Industrielandschaften in Bethlehem, Pennsylvania, oder Ensley, Alabama, sie vermittelten auch ihren Studenten und späteren Kollegen die hohen Qualitäten von Evans’ puristischem Vorgehen. Candida Höfers Photographie von der Bibliothèque nationale de France in Paris knüpft als öffentlicher Raum des Forschens und Wissens nicht nur an Evans’ Passion für Büchereien und Sammlungen an, sie verweist vor allem auf die kulturelle Bedeutung von Archiven und im weiteren Sinn Erkenntnisräumen. Die Kioske und Trinkhallen von Tata Ronkholz, die sich durch klare Frontalität und Detailreichtum auszeichnen, lassen ebenso an Schaufensteransichten von Evans denken wie an jene, die von Atget in Paris aufgenommen wurden.

„Evans sammelte Spuren, die etwas von den Lebensumständen der Bewohner festhalten“, so schrieb das Photographenpaar Gabriele und Helmut Nothhelfer 1978 in seiner Veröffentlichung Wirklichkeitsvermittlung am Beispiel der Farm Security Administration und verlieh damit auch der erhöhten Aufmerksamkeit für Evans’ Werk Ende der 1970er-Jahre Ausdruck. Ihre eigenen Photographien sind auf jene besonderen Augenblicke des Alltags gerichtet, die das Schicksal und die Lebensvorstellungen der Abgebildeten durchschimmern lassen. Auch Wilhelm Schürmanns Themen sind die Straße, das Interieur, letztlich das Portrait und die fortwährende Auseinandersetzung mit den Signalen uns umgebender Wirklichkeiten. Für diese hat Walker Evans in hohem Maße die Augen geöffnet.

Edition Karl Blossfeldt:

Dieser Link führt Sie zu den drei neuen Motiven!

________________________________

August-Sander-Preis 2018

Zu den Nominierungen
führt Sie dieser Link.

_________________________________

Kooperation in Sachen Photographie:

Immer deutlicher steht die Photographie im Mittelpunkt des musealen und kulturellen Interesses. Dies nehmen das LVR-LandesMuseum Bonn und Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur zum Anlass....»» weiterlesen

_________________________________

Veranstaltungsprogramm:

Öffentliche Führungen:

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellungen, um 15 Uhr,
ohne Voranmeldung, Treffpunkt an der Ausstellungskasse (Eintritt + 2 Euro)

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

Talking & Pictures:

Donnerstag, 22.3. und 17.5., 19–21 Uhr
Zwei Abende zum gemeinsamen Austausch über Photographie
Eintritt 5,50 Euro / erm. 3 Euro
Weitere Informationen finden Sie hier.

Führungen:
Studenten für Studenten

Dienstag, 24.4. und Samstag, 5.5., 17 Uhr
mit Hannah Rhein, Führungsgebühr 2 Euro
Weitere Informationen finden Sie hier.

Internationaler Museumstag in der Photographischen Sammlung:

Sonntag, 13. Mai,
verlängerte Öffnungszeiten 11-19 Uhr
Führungen um 15 Uhr und 17 Uhr
Eintritt frei!

Künstlergespräch
mit Laurenz Berges:

Dienstag, 29. Mai, 19 Uhr
Eintritt 7,50 Euro / erm. 5 Euro
Weitere Informationen finden Sie hier.

Vortrag:

Donnerstag, 28.6., 19 Uhr
"Die Geometrie der regelmäßigen Anordnung von Pflanzenorganen: Paul Dobe und das botanisch-mathematische Wissen seiner Zeit",
mit Dr. Christian Reick, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg,
 Eintritt 7,50 Euro / erm. 5 Euro
__________________________________

Veranstaltungen für Kinder:

Die Photo-Detektive...
Wir entdecken eine Ausstellung

Für Kinder von 6–10 Jahren

Die nächsten Termine:
Samstag, 21.4., 9.6.2018,
15–16.30 Uhr

Weitere Informationen finden Sie hier!

Darüber hinaus sind individuelle Buchungen für Kindergruppen möglich, Infos unter
Tel.: 0221/88895300.


Workshop:

Samstag, 23.6., 14–17 Uhr
"Leicht zu übersehen – auf den Spuren von Raum und Zeit",
10–14 Jahre, mit Verena Günther
15 Euro inkl. Material, um Voranmeldung wird gebeten

Ausstellungen On Tour:

August Sander: Das Gesicht der Landschaft – Rheinland und Siebengebirge
Siebengebirgsmuseum, Königswinter
30. November 2017 – 29. April 2018
_________________________________

Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!