Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Petra Wittmar
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Petra Wittmar: Medebach, 2009–2011, © Petra Wittmar

30.3.–12.8.2012

Petra Wittmar

Medebach 2009–2011

Die Bildreihe Medebach 2009–2011 von Petra Wittmar über ihren Geburtsort im Hochsauerland wird mit über 40 Farbphotographien vorgestellt. Die Photographin hat mit dieser Sequenz ein facettenreiches, vielschichtiges Panorama geschaffen, keineswegs untypisch für viele kleinstädtische Ortschaften und Siedlungen verstreut zwischen den großen Einzugszentren Deutschlands. Ein verbreitetes Wetteifern mit großstädtischen Verhältnissen wird in den Bildern ebenso deutlich wie die natürliche und ungebrochene Anziehungskraft von Himmel und Erde, weiten Feldern, Wiesen und abwechslungsreicher Vegetation. Zwar kommt die Natur niemals ungebrochen vor – meist ist sie von Verkehrswegen zerschnitten, von Bausubstanz oder Zweckkonstruktionen überlagert – doch verbindet sich mit ihr vielfach der Ausdruck erstaunlicher Zeitlosigkeit und poetischer Dimension. Gerade dieses Miteinander unterschiedlicher Prozesse und Energien, die im schlicht daherkommenden Portrait eines ausgewählten Landschaftsstücks, sei es in der Bebauung oder in den natürlichen Gegebenheiten vor Augen geführt werden, macht es besonders spannend, die Bilder en détail zu betrachten. Die spezifischen Merkmale und Einflüsse am Schnittpunkt zwischen Stadt und Land treten einesteils sehr drastisch und kontrastierend hervor, andernteils sind sie oftmals so unmerklich, dass man ihre Ursache oder Eigenheit nur langsam zu ergründen vermag. So klar die Aufnahmen strukturiert sind, so viele und komplexe Fragen werfen sie auf, Fragen nach der Geschichte, Gegenwart und Zukunft angetroffener Situationen.

Die Arbeit bindet an das Projekt Medebach 1979–1983 an, erstmals 2007 in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur ausgestellt. Ein Großteil dieser Photographien befindet sich im Sammlungsbestand der Institution. Ging es der Photographin bereits in den früheren Schwarzweißaufnahmen von Medebach darum, ein unsentimentales, nüchternes Bild der Ortschaft zu entwerfen, so verdeutlichen die aktuellen Bilder eine noch absichtsvollere Distanznahme, einen vielleicht höheren Grad von Purismus. Im Gegensatz zur vorherigen Serie werden Einblicke in die unmittelbare Privatsphäre der Bewohner vermieden, das gesamte Konvolut ist durch eine relativ gleichbleibend homogene Entfernung zum Gegenstand getragen. „Heimat“ oder das ehemalige Zuhause bilden anscheinend keine offensichtliche Bezugsgröße mehr. Allein dem Ort in seiner eigenwilligen Charakteristik und seinem selbstverständlichen Nebeneinander von aus verschiedenen Zeiten stammenden Gebäuden, kontrastierenden Stilen und Materialien, von Geplantem und Zufälligem und seiner weitläufigen landschaftlichen Umgebung gilt jetzt Petra Wittmars bildnerisches Interesse. Auf die Nachfrage, was sie denn bewogen habe, sich nach drei Jahrzehnten erneut mit Medebach auseinanderzusetzen, antwortete Petra Wittmar: „Ich war neugierig zu erfahren, wie sich meine eigene Haltung gegenüber dem Gegenstand verändert hat und wie sich das in den Bildern niederschlägt. Eine weitere und letztlich ausschlaggebende Überlegung war die, dass das Thema „Provinz“ in der deutschen Photographie keine so große Rolle spielt, als dass ich hier ein bereits ausgewalztes Terrain betreten würde – kurz: Es erschien mir auch sachlich gerechtfertigt, mich noch einmal dem Ort zuzuwenden.“

Petra Wittmar hat von 1977 bis 1983 an der Universität Essen GHS/Folkwang studiert. Ihre freie photographische Arbeit konzentriert sich, abgesehen vom Projekt Medebach, auf die urban und industriell geprägte Landschaft und die dort vorgefundenen Momente und Konstellationen am Rande von Ballungszentren. Insbesondere im Ruhrgebiet beobachtet sie banal scheinende Stadtbebauungen, Industrie- und Brachflächen, die sich bei näherer Betrachtung als vieldeutige Motive erweisen. Diese Arbeiten realisiert sie parallel zu jenen Projekten, denen sie gemeinsam mit ihrem langjährigen Lebens- und Arbeitsgefährten Ulrich Deimel nachgeht. Einen Schwerpunkt ihrer gemeinsamen Vorhaben bildet die europäische Baukunst der zwanziger Jahre, mit der sie sich seit 1996 befassen.

Publikation

Petra Wittmar. Medebach
Fotografien 2009–2011

Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, in Zusammenarbeit mit Petra Wittmar, mit einem Gespräch zwischen Gabriele Conrath-Scholl und Petra Wittmar, Ostfildern: Hatje Cantz, 2013, deutsch/englisch
ISBN 978-3-7757-3543-8
38,00 €

Raum 3:

Nico Joana Weber –
Selva Negra

15. Juli bis 16.Oktober 2016

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur, Köln e.V.

weitere Informationen zur Ausstellung

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Rahmenprogramm zur Ausstellung
Max Regenberg
Urban Decorations – Die dekorierte Stadt

Künstlergespräch
mit Max Regenberg
Donnerstag, 22. September, 19 Uhr

Rahmenprogramm zur Ausstellung
Blick in die Sammlung: Fassaden & Surfaces

Buchvorstellung
TRINITY, 2016, von Joachim Brohm und Valentina Seidel
Mittwoch, 21. September, 19 Uhr

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Öffentliche Führungen

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellung, 15 Uhr, ohne Voranmeldung

Die Photo-Detektive...Wir entdecken eine Ausstellung:
Führungen für Kinder von circa 6-12 Jahren; individuelle Buchungen möglich, Infos unter Tel.: 0221/88895300

nächster Termin:
Samstag, 17. September, 15–16.30 Uhr

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

Portfolio-Review

SICHTBAR


am 23. September 2016

im Rahmen der Internationalen Photoszene Köln

weitere Informationen

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On Tour:

August Sander –
Der Westerwald im Spiegel
der Zeit


30. April bis 30. September 2016

Kreisverwaltung Altenkirchen

On Tour – Demnächst:

Mit anderen Augen.
Das Porträt in der zeitgenössischen Fotografie


14. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017

Kunsthalle Nürnberg und Kunsthaus im KunstKulturQuartier

weitere Informationen zur Ausstellung

Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!