Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  August Sander
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August Sander: Photograph (August Sander), 1925, © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur - August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2013

August Sander (1876–1964)

„Das Wesen der gesamten Photographie ist dokumentarischer Art,“ so schrieb August Sander in einem seiner Vorträge, die er 1931 im Westdeutschen Rundfunk hielt und formulierte damit einen Kernsatz, der während seiner gesamten Laufbahn für die Arbeitsauffassung des Photographen maßgeblich war.

August Sander gilt als bedeutender Wegbereiter einer zu seiner Zeit neuen Richtung innerhalb der Entwicklung seines Mediums, die heute unter der Bezeichnung der dokumentarisch sachlich-konzeptuellen Photographie Fortsetzung findet. Berühmt wurde der in Herdorf (Siegerland) geborene Photograph durch das um 1924 entworfene Werk Menschen des 20. Jahrhunderts, in dem er mehrere Hundert seiner Portraits von Menschen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen entsprechend einem von ihm angelegten Konzept über Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Bildmappen zusammenführte. Ausschnitte dieses Werks wurden erstmalig 1927 in einer Ausstellung im Kölnischen Kunstverein gezeigt und 1929 in seiner ersten Buchpublikation unter dem Titel Antlitz der Zeit veröffentlicht. Mit diesem 60 Portraits umfassenden Bildbuch war es Sander gelungen, ein Gesellschaftsportrait seiner Zeit darzustellen, das auf die Reflexion des Individuellen in Beziehung zum Typischen der jeweiligen Gesellschafts- und Berufsgruppe sowie auf die Frage der gegenseitigen Beeinflussung von Mensch und Gemeinschaft abzielte.
Vergleichende Photographie und unmittelbare Beobachtung sind dabei die treffenden Stichworte, die Sanders methodische Vorgehensweise charakterisieren und auf sein Bemühen um vorurteilsfreie und wirklichkeitsnahe Darstellung hindeuten. Denn vor allem im Nebeneinander der Bildreihen sah er die Möglichkeit, typische Physiognomien und Körpersprachen unterschiedlicher Berufsstände, Geschlechter und Generationen sowie individuelle Erscheinungsweisen hervortreten zu lassen.
Von der großen Resonanz die Antlitz der Zeit erhielt, zeugen viele Besprechungen, so beispielsweise von Kurt Tucholsky oder Walter Benjamin, der besonders auch auf die aufklärerische Wirkung des Portraitwerks vor dem Hintergrund der drohenden nationalsozialistischen Herrschaft hinwies, was sich heute wie eine Vorahnung auf das Kommende liest. Fünf Jahre später wurden die Druckstöcke zu Sanders Antlitz der Zeit von den Nationalsozialisten zerstört und der weitere Vertrieb des Buches eingestellt; ein Berufsverbot – wie häufig zuvor vermutet – wurde jedoch nicht verhängt.
Parallel zu seiner extensiven Portraitarbeit widmete sich Sander seit jungen Jahren auch anderweitigen Motivbereichen wie der Landschaft oder der Architektur und entwarf ebenso für diesen Teil seiner Arbeit zahlreiche Bildmappen. Zudem stand er in regem Austausch mit vielen Kunstschaffenden – insbesondere den Kölner Progressiven um Heinrich Hoerle und Franz Wilhelm Seiwert – für die er unzählige photographische Arbeiten übernahm, und auch Auftraggeber aus dem Bereich der Industrie und des Handwerks schätzten die professionellen Leistungen aus dem 1911 in Köln gegründeten Atelier.
Dem Wesen und Werden der Photographie hatte August Sander in seiner insgesamt rund 70jährigen Tätigkeit beinahe in jeder Beziehung – sei es hinsichtlich der Technik, der Wahl oder Komposition eines Motivs oder in Bezug auf die Verwendung und Kontextgebung – nachgeforscht. Sein Werk zeugt von einer tiefen Auseinandersetzung, die den Photographen zu einer klar definierten Form im Umgang mit seinem Medium führte, die er als exakte Photographie zu bezeichnen pflegte, deren Ursprung in den Anfängen der Photographie liegt und in absoluter Naturtreue ein Bild seiner Zeit zu geben sucht. Mehr noch sollte daraus resultieren: ein einzigartiges Werk von weit reichender kunst- und kulturhistorischer Dimension mit Vorbildfunktion.

Die weltweit größte Sammlung zum Werk des 1964 in Köln verstorbenen Photographen befindet sich heute mit unter anderem über 5.500 Originalabzügen und rund 11.000 Originalnegativen in der Photographischen Sammlung der Kulturstiftung der Sparkasse KölnBonn. Das Werk von August Sander wird der Öffentlichkeit in Form von Publikationen und wechselnden Ausstellungen vorgestellt (keine Dauerausstellung).

Raum 3:

Nico Joana Weber –
Selva Negra

15. Juli bis 16.Oktober 2016

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur, Köln e.V.

weitere Informationen zur Ausstellung

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Rahmenprogramm zur Ausstellung
Max Regenberg
Urban Decorations – Die dekorierte Stadt

Künstlergespräch
mit Max Regenberg
Donnerstag, 22. September, 19 Uhr

Rahmenprogramm zur Ausstellung
Blick in die Sammlung: Fassaden & Surfaces

Buchvorstellung
TRINITY, 2016, von Joachim Brohm und Valentina Seidel
Mittwoch, 21. September, 19 Uhr

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Öffentliche Führungen

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellung, 15 Uhr, ohne Voranmeldung

Die Photo-Detektive...Wir entdecken eine Ausstellung:
Führungen für Kinder von circa 6-12 Jahren; individuelle Buchungen möglich, Infos unter Tel.: 0221/88895300

nächste Termine:
Samstag, 27. August und 17. September, 15–16.30 Uhr

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

Portfolio-Review

SICHTBAR


am 23. September 2016

im Rahmen der Internationalen Photoszene Köln

Anmeldung noch bis zum 31. August 2016 möglich!

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On Tour:

August Sander –
Der Westerwald im Spiegel
der Zeit


30. April bis 30. September 2016

Kreisverwaltung Altenkirchen

On Tour – Demnächst:

Mit anderen Augen.
Das Porträt in der zeitgenössischen Fotografie


14. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017

Kunsthalle Nürnberg und Kunsthaus im KunstKulturQuartier

weitere Informationen zur Ausstellung

Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!