Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Cuny Janssen
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Cuny Janssen: Amami Island, Japan, 2007, © Cuny Janssen, 2013

24.9.2011 – 5.2.2012

Cuny Janssen

Portraits und Landschaften

Auf eine Interviewfrage, warum Cuny Janssen (*1975) in ihren Projekten bevorzugt Portraits von Kindern in Beziehung zu Landschaftsaufnahmen betrachte, antwortet die holländische Photographin: „Nature and children direct to the future, that is what connects them in my opinion.“ [Natur und Kinder verweisen auf die Zukunft, dies, denke ich, verbindet beide miteinander.] Die seit 2002 erarbeiteten Serien sind in so unterschiedlichen Ländern und Regionen wie beispielsweise Mazedonien (2003), Iran (2004), Prince Albert, Südafrika (2005), Amami, Japan (2007 und 2008) oder in Oklahoma, USA (2010) entstanden. Während ihrer mehrwöchigen Aufenthalte lebt Cuny Janssen bei den jeweiligen Familien, deren Mitglieder in ihren Aufnahmen vorkommen. In ihren Häusern oder Wohnungen ist sie Leben und Alltag nahe und kann die besondere Atmosphäre der Orte unmittelbar erfahren.

Während in ihrem ersten Buch India (2002) noch ausschließlich Photographien von Kindern in Einzel- und Gruppenportraits zu sehen sind, verbindet Cuny Janssen in ihrer zweiten Publikation Portrait/Landscape, Macedonia die Genres Portrait und Landschaft. In Mazedonien, seit 1991 ein eigenständiger im Balkan gelegener Staat, wollte sie Portraits von Kindern aufnehmen, die in jungen Jahren schon mit Kriegstraumata zu kämpfen haben. Im Dialog mit den Landschaftsaufnahmen, die eine nahezu unberührte bewaldete Bergregion mit Feldern, Wiesen und Seen zeigen, eröffnet sich eine universelle Dimension mit existentiellen Fragen nach dem, welche historischen und natürlichen Einflüsse auf den Menschen einwirken.

In der Publikation Finding Thoughts, 2005, führt Cuny Janssen diese Fragestellung weiter, indem sie Portraits und Landschaften aus mehreren Ländern gemeinsam vorstellt. Auf das jeweilige Projekt abgestimmt, trägt dieses Buch wie auch alle anderen Publikationen der Künstlerin einen sehr individuellen Charakter und ist als eigenständiges Objekt aufzufassen.

Auch einer ihrer jüngeren Serien, entstanden 2007 und 2008 auf der japanischen Insel Amami, hat Cuny Janssen 2009 ein aufwendig gestaltetes Künstlerbuch gewidmet. Die Bilder geben den Rhythmus vor. Die enthaltenen Texte, hier kurze, phantasievolle und bisweilen sehr persönliche Schilderungen von Erinnerungsmomenten der Inselbewohner, geben dem Buch einmal mehr eine individuelle Note. Cuny Janssen faszinierte auf Amami insbesondere der Wasserreichtum und das Meer, die die Vegetation auf der subtropischen Insel prägen, aber auch Einfluss auf das Licht und die Erscheinung der Farben nehmen.

Die sachlich-konzentrierten Portraitaufnahmen von Cuny Janssen, die auch Jugendliche und Erwachsene einbeziehen, widmen sich jeder einzelnen Persönlichkeit mit großem Einfühlungsvermögen. Niemals dominiert eine direkte Aufforderung, zu viel von sich selbst, den eigenen Gefühlen, Erfahrungen und Stimmungen preiszugeben. Öffnet sich die Person dennoch, so spricht dies für das vertrauensvolle Miteinander, das Cuny Janssen über die Zeit verantwortungsvoll aufgebaut hat. Ihre Aufnahmen von Landschaften und Natur bringen die Spezifika eines jeden Ortes näher und machen zugleich auf grundsätzliche, das menschliche Leben beeinflussende Faktoren zeitloser Gültigkeit aufmerksam.

In der Ausstellung, die gemeinsam mit der Künstlerin konzipiert wurde, wird eine Auswahl aus fast allen der genannten Serien zu sehen sein. Ein Teil der Arbeiten stammt aus dem Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln.

Von 1996 bis 2000 hat Cuny Janssen an der Kunsthochschule in Utrecht, Niederlande, zunächst im Bereich Mode studiert, bevor sie zur Photographie wechselte. Das Studienjahr 1998 absolvierte sie an der Universität der Künste in Berlin. Wichtig für ihre künstlerische Entwicklung waren die Erfahrungen, die sie 1999 im Atelier von Thomas Struth in Düsseldorf gemacht hat, wo sie als Praktikantin tätig war.

Wir möchten auf unser umfangreiches Begleitprogramm hinweisen:

Donnerstag, 14. September, 19 Uhr:
Öffentliche Abendführung durch die Ausstellung "Il deserto rosso now" mit Daniel Kothenschulte (Filmkritiker und Filmwissenschaftler)

Montag, 18. September, 19 Uhr:
Filmabend "Il deserto rosso / Die rote Wüste", von Michelangelo Antonioni (1964), im Kino Filmpalette, Lübecker Str. 15, Köln

Donnerstag, 12. Oktober, 19 Uhr:
Vortrag "Ein Blick zurück auf 'Die rote Wüste'. Die Leere als zentrales Motiv bei Antonioni und Pasolini", von Prof. Christina Natlacen, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig

Samstag, 20. Oktober, 19 Uhr:
Kulturpreisverleihung der DGPh an
Duane Michals
Saal, 1. OG, Im Mediapark 7, Köln

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Intermezzo Raum 2:

Duane Michals

21. Oktober – 5. November 2017

Eine Ausstellung anlässlich der Kulturpreisverleihung der DGPh

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Ausstellungen On Tour:

Hans Eijkelboom –
Identities 1970–2017

Fotomuseum, Den Haag

23. September 2017 – 7. Januar 2018
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Öffentliche Führungen:

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellung, 15 Uhr,
ohne Voranmeldung


Die Photo-Detektive...
Wir entdecken eine Ausstellung:

Führungen für Kinder von circa 6–12 Jahren, mit Verena Günther

die nächsten Termine:
Samstag, 14. Oktober, 15–16.30 Uhr
Samstag, 11. November, 15–16.30 Uhr
Samstag, 9. Dezember, 15–16.30 Uhr

individuelle Buchungen möglich, Infos unter Tel.: 0221/88895300

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!