Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Paul Dobe
D  |  E
Paul Dobe: Mammutkiefer, 15. August 1916

Paul Dobe, Mammutkiefer, 15. August 1916

„Es ist nützlich, wenn man von dem gegenwärtigen natürlichen Pflanzensystem etwas weiß. Von der Stammesgeschichte, von der Verwandtschaft. Man kann dann eine Reihe verwandter Formen vergleichen und sie im Geiste auf eine gemeinschaftliche Ahnenform zurückführen.“ Mit diesen Worten beschreibt der Maler und Pflanzenzeichner Paul Dobe 1929 einen wichtigen Aspekt seiner Arbeitsweise. In der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, wird aktuell als Dauerleihgabe von Rainer und Sonja Stamm ein größeres Konvolut seines Werkes mit photographischem Schwerpunkt aufgearbeitet: Präzise Nahaufnahmen von Blumen und Pflanzen, sorgfältig auf Karton montiert und beschriftet, sind ebenso darunter zu finden wie photographische Reproduktionen feiner Pflanzenzeichnungen, ausgeführt in Tusche oder Aquarell. Kiefernzapfen, Leberblumen, Spiralstudien, Bäume und Wolken erweitern den Motivschatz der über 500 Bilder, hinzu kommen Mappen wie „Das Blumenornament“, Briefe, Karteikästen und über 1000 Negative und Dias in Originalschachteln.
    Weniger als um ein Portrait eines spezifischen Objekts ging es Dobe bei seinem Studium der heimischen Pflanzenwelt vielmehr darum, aus dem konkreten Material Typen und Konstruktionsprinzipien abzuleiten und künstlerisch umzusetzen, wie an dem Bild einer Mammutkiefer ersichtlich wird. Die Abbildung zeigt die feinen Linien der Kiefernnadeln ebenso wie die einzelnen Elemente, aus denen sich der Zapfen zusammensetzt. Der Zweig ist graphisch vor einem monochromen Hintergrund freigestellt, was die einzelnen Formelemente zusätzlich hervorhebt. Rechts unten sind die Initialen des Künstlers als Signet eingesetzt. Wie bei vielen von Dobes Werken handelt es sich hier nicht in erster, sondern in zweiter Linie um ein photographisches Objekt: Dobe nutzte die Photographie sowohl als eigenständiges künstlerisches Medium, als auch, um seine Zeichnungen und Drucke zu dokumentieren. Der photographischen Technik widmete er dabei größte Sorgfalt. So finden sich genaue Angaben zu Aufnahmezeitpunkt, Papier und Toner auf der Rückseite notiert: Die Mammutkiefer wurde am 15. August 1916 aufgenommen, ist abgezogen auf „Mattalbuminpapier“ und „platingetont“.
    Dobes genauer Blick auf das Ausgangsmaterial und der serielle Vergleich „verwandter Formen“ bildet eine wichtige Gemeinsamkeit mit konzeptionellen Ansätzen von Größen der Photogeschichte wie Karl Blossfeldt, August Sander und Bernd und Hilla Becher. Insofern erweisen sich die Arbeit von Paul Dobe im Kontext der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur als photohistorisch wesentliches Konvolut, das für die Moderne methodisch wegweisende Momente spiegelt.

Die Photographische Sammlung/SK Sitftung Kultur

Martin Rosswog: Susana und Romulus
Varga, Vurpar, 2014,
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2017

NEU IM ANGEBOT: Sonderedition von
Martin Rosswog

August Sander: Malerehepaar [Martha und Otto Dix], 1925, © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2017


Neuer limitierter Kunstdruck, den Sie bei uns erwerben können.
Detaillierte Informationen finden Sie unter diesem Link.

_______________________________

Öffentliche Führungen:

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellung, 15 Uhr,
ohne Voranmeldung


Die Photo-Detektive...Wir entdecken eine Ausstellung:

Führungen für Kinder von circa 6–12 Jahren, mit Verena Günther
individuelle Buchungen möglich, Infos unter Tel.: 0221/88895300

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!