Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Ruth Hallensleben: Gelsenberg
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Ruth Hallensleben: Gelsenberg Bnezin AG, Gelsenkirchen, 1952–1954, © Fotoarchiv Ruhr Museum, Essen

Ruth Hallensleben: Gelsenberg Benzin AG, Tankreihe, 1952–1954

Dass Industriephotographie üblicherweise eine schwere Männerarbeit sei, betont ein Rezensent in der Zeitschrift FotoPrisma im Oktober 1954 in einem Artikel über Ruth Hallensleben. Denn die berufliche Leistung der Photographin, die bereits auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit in diesem Metier zurückblickte, war tatsächlich in ihrer Zeit etwas Besonderes. 1934 hatte Ruth Hallensleben ihr Studio in Köln eröffnet und zunächst landschaftliche Aufnahmen veröffentlicht. 1935 erhielt sie den ersten Auftrag aus der Industrie, dem kontinuierlich weitere folgten, so dass dies fortan ein bedeutendes Arbeitsfeld für sie wurde. Veröffentlichung fanden die Aufnahmen etwa in Werkszeitschriften, in Jubiläumsausgaben, Periodika sowie in photographischen Magazinen – ein seinerzeit gängiger Markt, auf dem sich Ruth Hallensleben gekonnt platzierte.
    Am Ende des Zweiten Weltkriegs jedoch lagen die wirtschaftliche Produktion und ihre angrenzenden Bereiche am Boden, die Arbeitsmöglichkeiten waren entsprechend eingeschränkt. Aber der bald beginnende Wiederaufbau und die langsame ökonomische Stabilisierung bedeuteten auch für Hallensleben wieder eine verbesserte Auftragslage. Sie hatte Köln 1943 verlassen und arbeitete ausgehend von Wiehl im Bergischen Land, das bis zum Umzug 1961 nach Wuppertal ihr Standort blieb.
    Ein Konzern, für den die Photographin in den 1950er-Jahren mehrfach aktiv war, ist die Gelsenkirchener Bergwerks AG. Das Bergbauunternehmen blickte auf eine wechselhafte Geschichte zurück, firmierte zeitweise unter dem Namen Vereinigte Stahlwerke AG und hatte bis 1945 über 20 Schachtanlagen im Ruhrgebiet unter sich. Eine Tochtergesellschaft war die 1936 zum Zweck der Kohleverflüssigung gegründete Gelsenberg Benzin AG, auf deren Gelände Ruth Hallenslebens Aufnahme von Tankreihen zwischen 1952 und 1954 entstanden ist. Zu dieser Zeit handelte es sich um eine Erdölraffinerie. Die Schwarzweiß-Aufnahme zeigt hintereinander gestaffelte große runde Tanks, die durch die leicht schräge Perspektive dem Bild eine gewisse Dynamik verleihen. Im Vordergrund verlaufen Rohrleitungen mit Ventilen, die als lineare Elemente kompositorisch den runden Formen der Tanks entgegen wirken. Mit hoher Wahrnehmung für ästhetische Konstellationen reagiert die Photographin auf vorgefundene Formen, die sie in einem sachlich-dokumentarischen Stil vor Augen führt – eine Ausdrucksweise, für die sie von ihren Auftraggebern wie in der photographischen Rezeption wertgeschätzt wird. So liest man anlässlich des 70. Geburtstags von Ruth Hallensleben über ihre Aufnahmen: „[...] stets finden wir darin eine reine, sachliche, technisch vorzüglich durchgeführte, klare Fotografie. Ihr widerstreben Tüfteleien und fotografische Kunststücke.“ (FotoPrisma, Heft 6, Juni 1968)

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur

Martin Rosswog: Susana und Romulus
Varga, Vurpar, 2014,
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2017

NEU IM ANGEBOT: Sonderedition von
Martin Rosswog

August Sander: Malerehepaar [Martha und Otto Dix], 1925, © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2017


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Öffentliche Führungen:

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellung, 15 Uhr,
ohne Voranmeldung


Die Photo-Detektive...Wir entdecken eine Ausstellung:

Samstag, 6. Mai, 10. Juni und 1. Juli 2017, 15–16.30 Uhr
Führungen für Kinder von circa 6–12 Jahren, mit Verena Günther
individuelle Buchungen möglich, Infos unter Tel.: 0221/88895300


"Studenten für Studenten"
Dienstag, 13. Juni und Samstag, 24. Juni, jeweils 17 Uhr
mit Hannah Rhein

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

Ausstellungen On Tour:

August Sander. Fotografien aus "Menschen des 20. Jahrhunderts"

Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg

11. April bis 15. Juni 2017
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Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!