Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Aktuell
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Gerhard Winkler: Krake III, 2019 © Gerhard Winkler, 2021

 

Gerhard Winkler: Specimen
Photographien und Skulpturen

3.9.2021 – 16.1.2022

Mit der Ausstellung „Gerhard Winkler: Specimen – Photographien und Skulpturen“ erweitert die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur das bislang vorgestellte Spektrum des Mediums und stellt einen Künstler vor, der in seinem seit den 1980er-Jahren erarbeitetem Werk die Photographie kongenial mit dem Bereich der Malerei und der Skulptur verbindet.
Winklers Darstellungen sind ganz dem Gegenstand verpflichtet, seine Motivwelt ist vielfältig und umfasst Portraits von Menschen und Tieren, dazu Stillleben, Landschaftsstücke und Stadtbilder. Doch auch Ungewöhnliches, weniger Konformes wie Fleischabschnitte oder Erdstücke kommen hinzu. Während die auf Einzelmotive und Stillleben fokussierten Bilder einen Katalog signifikanter Erinnerungsmomente zur Debatte stellen, scheinen die Landschaften Elemente der Natur, des Urbanen und Artifiziellen zusammenzuführen. Sie mögen den Makrokosmos symbolisieren, aus dem Gerhard Winkler seine so sachlichen wie inspirierenden Fundstücke schöpft und die ihm als emblematische Andenken gelten. Auch existieren darüber hinaus Tableaus unterschiedlichen Formats aus drei oder mehreren Bildern. Je nach zusammengeführten Gegenständen haben sie eine narrative oder formvergleichende Struktur und öffnen den Betrachtungsraum für vielfältige Assoziationen.

Was das Œuvre von Gerhard Winkler in der zeitgenössischen Kunst und Photographie nahezu singulär erscheinen lässt, ist die von ihm angewendete Praxis der Handkolorierung von Schwarz-Weiß-Abzügen auf Barytpapier mit Eitemperafarbe. Hinzu kommt, dass er seine Sujets bevorzugt vor weißem Hintergrund isoliert darstellt, die in aller Konzentration so eine fast schwerelose Anmutung erhalten. Es kann von einer Art Hyperrealismus gesprochen werden, den Winkler mit seinen eigenen Worten wie folgt beschreibt: „Formal sind die Aufnahmen ganz auf die jeweils gezeigten Gegenstände und Individuen fokussiert und daher auch ihre Isolierung vor weißem Hintergrund – ein simples, doch wie mir scheint sinnmachendes Stilmittel. Der starke Kontrast, diese Trennung der Ebenen führt vermutlich zu einer Art von ‚Existentialismus‘, den ich interessant finde und den ich auch in vielen naturkundlichen Illustrationen präziser und scheinbar nüchterner Machart wiederfinde; es ist dieser seltsame Moment, wo die bloße Schilderung des Materials, der Materie, ins Metaphysische kippt.“

Eine besondere Vorliebe hegt der Künstler seit Jahren für Fische und andere Meeresbewohner. Ihnen ist die begleitende Publikation (Snoeck Verlag) gewidmet, auch in der Ausstellung sind entsprechende Darstellungen in einer umfassenden Werkgruppe zu finden. Bevorzugt auf Märkten in Marseille und Lissabon hat Gerhard Winkler, fasziniert vom reichhaltigen Angebot und den Arrangements der Markstände, Fische, auch Sepien und Kraken, auf einem weißen Wachstuch einzeln in strenger Komposition mit dem Kopf nach links liegend photographiert. Den Abzug, den er der realen Größe des Fisches so weit wie möglich anpasst, koloriert er mit großer Sensibilität, die bisweilen schillernde Farbigkeit des Tieres nachempfindend. So entstehen hochästhetische Bildwerke eigenwilliger Kreaturen, die in aller Schönheit und Exotik teils wie Charaktere daherkommen, staunen lassen, gar Respekt einfordern.

Die Ausstellung „Gerhard Winkler: Specimen“ zeigt etwa 100 analog gefertigte und handkolorierte Photographien sowie sieben Skulpturen, die der Künstler in einer Art installativem Netzwerk zu einem herausfordernden Parcours in den Ausstellungsräumen zusammengestellt hat.

Gerhard Winkler (*1962) studierte 1983 bis 1988 an der Städelschule Frankfurt/M., Stipendien in Marseille und Lissabon, seither zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen, insbesondere in der Galerie Kuckei + Kuckei in Berlin.

Begleitende Publikation, dt./engl.: Gerhard Winkler: Fische und Cephalopoden,
mit einem Gespräch zwischen Gerhard Winkler und Gabriele Conrath-Scholl,
Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur,
Köln: Snoeck, 2021, 144 S., Preis: 39,80 €.

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln,
Tel.: 0221/88895 300, www.photographie-sk-kultur.de, photographie@sk-kultur.de


Gerhard Winkler: Lira II, 2007, © Gerhard Winkler


Gerhard Winkler: Labre vert, 2017, © Gerhard Winkler


Gerhard Winkler: Bonr (Rimbaud), 2007, © Gerhard Winkler

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Kilian Breier: Selbstportrait, 1953 © Nachlass Kilian Breier, Hamburg; courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln

Blick in die Sammlung: Der DGPh zum 70.

Eine Ausstellung der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur und der Deutschen Gesellschaft für Photographie

3.9.2021 – 16.1.2022

Die Deutsche Gesellschaft für Photographie hat seit ihrer Gründung 1951 in Köln die Geschicke des Mediums über die Jahrzehnte aktiv begleitet, reflektiert und gefördert. Die kontinuierliche Vergabe mehrerer Preise, Tagungen, Ausstellungen und Publikationen sowie ein großes Netzwerk basierend auf aktuell rund 1000 Mitglieder kennzeichnen ihre Verdienste.
    Das Gründungsjubiläum nimmt die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur zum Anlass, 70 bedeutende sowie selten vorgestellte Werke, deren Provenienz auf die Sammlung der DGPh zurückgehen, in einer Auswahl zu präsentieren. Die Exponate gehören zu einem Gesamtkonvolut von rund 1700 Photographien, die 1993 von der SK Stiftung Kultur erworben wurden. Über Jahrzehnte gewachsen, spiegelt die Sammlung die Geschichte der DGPh ebenso wie die der Photographie im 20. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt auf der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Werke kamen meist als Schenkungen im Kontext von Preisverleihungen wie des Kulturpreis oder des Dr.-Erich-Salomon-Preis sowie von unterschiedlichen Ausstellungsprojekten in die Sammlung. Besonders hervorzuheben sind bedeutende Teilkonvolute wie eine umfassende Anzahl von Originalabzüge von August Sander, ein ebenso umfangreicher Bestand mit Werken der Gruppe fotoform aus dem Bereich der subjektiven fotografie, auch Albert Renger-Patzsch ist mit repräsentativen Motiven vertreten. Die Vielgestaltigkeit der Reportagephotographie kommt insbesondere mit den Themen Gesellschaft und Politik in der Sammlung zum Tragen, so etwa in dem 1960 von Robert Lebeck erstellten Portrait von Patrice Lumumba, dem ersten afrikanischen Premierminister des von der Kolonialherrschaft befreiten Kongo. Alfred Eisenstaedts Portrait Marlene Dietrichs in Frack und Zylinder 1929 aufgenommen, führt in die künstlerisch wie politisch hochbedeutende Zeit der Weimarer Republik in Deutschland. Berühmte Zeitgenossen hat auch Liselotte Strelow im Bild festgehalten, ihre Photographie von Axel Springer 1956 zeichnet sich durch eine extreme Lichtführung aus, die in ihrem Ausdruck an die Hell-Dunkel-Experimente der subjektiven erinnert. Medienreflexion und Experiment sind ein weiterer photographischer Komplex, der in der Sammlung der DGPh vielfältig vertreten ist, von Man Ray bis Harold E. Edgerton.

Parallel zu den photographischen Exponaten präsentiert die Jubiläumsausstellung erstmals zahlreiche Materialien und Dokumente aus dem Archiv der DGPh. In einer ausführlichen Vitrinenstrecke werden Briefe, Skripte, Presserezensionen, Ephemera, Photographien und Drucksachen gezeigt. So werden besondere Ereignisse bis in die Gegenwart hinein lebendig, spannende Hintergründe und überraschende Details verweisen auf kollektive wie persönliche Erinnerungsmomente.

Die Ausstellung zeigt Photographien von Erich Angenendt, Herbert Bayer, Thomas Berndt, Kilian Breier, Fritz Brill, Henri Cartier-Bresson, Harold E. Edgerton, Alfred Eisenstaedt, Hugo Erfurth, Herbert W. Franke, Robert Häusser, Heinz Hajek-Halke, Heinrich Heidersberger, Peter Keetman, Heinrich Kühn, Siegfried Lauterwasser, Robert Lebeck, Peter Magubane, Felix H. Man, Floris M. Neusüss, Beaumont Newhall, Hilmar Pabel, Man Ray, Albert Renger-Patzsch, August Sander, Karl Hugo Schmölz, Toni Schneiders, Otto Steinert, Liselotte Strelow, Carl Strüwe, Ludwig Windstosser, Reinhart Wolf.

Begleitende Publikation, dt./engl.: Blick in die Sammlung: Der DGPh zum 70., Konzeption und Text Claudia Pfeiffer, Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, 2021, 28 S., Preis: 9 €

 


Man Ray: Rayographie, 1923, Abzug 1958/59
© Man Ray Trust / VG Bild-Kunst, Bonn, 2021
courtesy Die Photographische Sammlung/
SK Stiftung Kultur, Köln

 


Otto Steinert: Bildnis Schwarz-Weiß, 1952
© Nachlass Otto Steinert, Museum Folkwang, Essen
courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln

AUGUST-SANDER-PREIS 2022

Einreichungen sind ab sofort möglich!

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Die Ausstellungen sind täglich von 14–19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen. Es gilt die 2G-Regel bei Ausstellungsbesuch und Teilnahme an Führungen und Veranstaltungen ausschließlich für Geimpfte und Genesene. Bitte halten Sie einen entsprechenden Nachweis sowie ein Ausweisdokument bereit. Weiterhin bitten wir um Tragen einer medizinischen Schutzmaske und um Einhaltung der Mindestabstände.

Öffentliche Führungen jeden Sonntag,
15 Uhr...»»

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Veranstaltungen im Rahmen von Gerhard Winkler – Specimen:


Künstlerführung 9.11. ...»»

Lesung 24.11. ...»»

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Die Photo-Detektive sind wieder Geheimnissen in der Ausstellung auf der Spur –

wenn ihr zwischen 6 und 10 Jahren alt seid, gerne etwas über Photographien und Bilder erfahren und auch selbst welche machen möchtet, dann kommt zu unseren Kinderführungen.

Keine Termine mehr in diesem Jahr, erst wieder in der nächsten Ausstellung im Frühjahr 2022.

Wir freuen uns schon auf euch!
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DEUTSCHES FOTOINSTITUT:

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur kooperiert mit der Stadt Düsseldorf und dem DFI e. V., um die Fotokunst gemeinsam zu stärken.

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Ausstellungshinweis extern:

BERND & HILLA BECHER
PHOTO & DRUCKGRAPHIK


Eine Ausstellung von Max Becher in Kooperation mit der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln

im Kunstarchiv Kaiserswerth, Düsseldorf

Laufzeit: 12. Juni bis 19. Dezember 2021

Eröffnung: Freitag, 11. Juni, 15–21 Uhr


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Online-Symposium

Photographische Archive im künstlerischen Kontext

Denkanstöße und Grundlagenforschung
zur Förderung von Netzwerken und Kooperationen im Rheinland und Ruhrgebiet

weitere Informationen...»»

Youtube-Link 25.2.

Youtube-Link 26.2.

Download Programm und Infos zu den ReferentInnen

Zum Fragenkatalog zur Befragung deutscher Institutionen, die mit photogaphischen Sammlungen und Archiven betraut sind...»»

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Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur würdigt Gerd Sander....»»

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