Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  William Guerrieri
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William Guerrieri: Ingresso, Via Bruni, 2009, © William Guerrieri

William Guerrieri (*1952)

Im Jahr 2009 hat sich William Guerrieri mit der Kamera auf Spurensuche in ein Handwerkerdorf begeben, ein Teil der norditalienischen Stadt Modena. Das Handwerkerdorf wurde 1949 von dem damaligen Bürgermeister Alfeo Corassori gegründet, der Architekt Mario Pucci entwarf 1953 dem Grundsatz einer möglichst nahen Verbindung von Arbeiten und Wohnen folgend die entsprechenden Gebäude. Schon in den ersten Jahren etablierten sich über 70 handwerkliche Betriebe und kleinere Firmen. Im Laufe der Jahrzehnte wandelte sich die Siedlung, Manufakturen lösten einander ab und die Produktpalette wie die Produktionsbedingungen wurden gemäß den ökonomischen Bedingungen modernisiert. Diese Entwicklungen spiegeln sich in den Umgestaltungen des Geländes, der Häuser und der Innenräume und nicht zuletzt veränderte sich in Folge auch das gesellschaftlich-soziale Gefüge – ein dynamischer, sich gegenseitig bedingender Prozess, wie er an vielen Orten industrieller Prägung zu beobachten ist und für den Il Villaggio/The Village exemplarisch steht.
Vergleichbar dem geschulten Auge eines Archäologen, der mit größter Vorsicht Schicht für Schicht freilegt und für den jeder gefundene Gegenstand, sei er noch so unscheinbar und klein, ein Zeugnis seiner Zeit abgibt, hält William Guerrieri in seinen Farbphotographien unterschiedliche Hinweise fest, die von den verschiedenen Phasen und Facetten der Vergangenheit erzählen. Dies kann beispielsweise ein gefundenes Detail wie eine an einer Wand hängende Aufnahme zweier Männer sein, aber auch umfangreiche architektonische Umgestaltungen erlangen seine Aufmerksamkeit.
Den eigenen Aufnahmen von Il Villaggio/The Village hat der Künstler Ausschnitte aus verschiedenen Werbebroschüren Ende der 1950er-Jahre sowie aus der Druckschrift First Day of the Artisan Village von 1961 hinzugefügt. Teile beider Broschüren hat Guerrieri in einer filmischen Collage zusammengeführt.
Von dem italienischen Künstler William Guerrieri befindet sich die 50 Aufnahmen umfassende Serie Il Villagio/The Village im Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur.

William Guerrieri ist seit 2001 Koordinator von Linea di Confine, einer in Rubiera ansässigen Organisation, die sich der photographischen Dokumentation des Strukturwandels der norditalienischen Region Emilia-Romagna verschrieben hat. Im Jahr 2007 hat die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur unter dem Titel Trans Emilia eine Auswahl aus dem umfangreichen Bildbestand von Linea de Confine präsentiert, kuratiert vom Fotomuseum Winterthur. Guerrieri hat in diesem Kontext 2006 entlang der sich im Bau befindlichen Zugtrasse Bologna-Mailand photographiert (Where it was). Weitere Projekte: Ambienti pubblici/Public Spaces, 1991-1993, 1994; Oggi nessuno puó dirsi neutrale/Heute kann sich niemand mehr neutral nennen/Today nobody can call himself/herslf neutral, 1998; Oppositions, 2000.

Literatur (Auswahl):

Forma. Visioni e Visione, Edizioni Arti Grafiche Friulane, Udine 1994; Oggi nessuno può dirsi neutrale, Hrsg. Ar/Ge Kunst Galerie Bozen, Text Antonello Russo, Val Williams, Bozen 1998; Oppositions, Text Antonella Russo, Arti Assortite, Turin 2000; Where It was, Hrsg. Linea die Confine, Text Tiziana Serena, Rubiera 2006; Il Villaggio/The Village, Hrsg. Linea di Confine, Text Antonello Frongia, Rubiera 2009; The Dairy. Images for Italian Countyside, Text Gabriele Conrath-Scholl, Köln: Verlag Walther König, 2015; Bodies of Work, Hrsg. Linea di Confine, Text Giorgio Falco, Rubiera 2018

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Ab 2. August 2020 finden wieder regelmäßig öffentliche Führungen am Sonntagnachmittag, 15 Uhr, durch die Ausstellung von Berenice Abbott statt.

Bitte melden Sie sich unter dem eingerichteten Online-Ticketing www.sk-kultur.de an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, die erforderlichen Infektions-schutzmaßnahmen (Schutzmaske und Mindestabstand) bitten wir zu berücksichtigen.Vielen Dank.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

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On Tour:

Boris Becker – Hochbunker. Photographien von Architekturen und Artefakten

ab 18. Juli 2020 zu sehen im Saarlandmuseum, Moderne Galerie, Saarbrücken

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Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur extern:


ANALOGIEN:
BERND & HILLA BECHER,
PETER WELLER, AUGUST SANDER – PHOTOGRAPHISCHE INDUSTRIELANDSCHAFTEN, ARCHITEKTUREN UND PORTRÄTS

im Kunstarchiv Kaiserswerth, Düsseldorf

Geöffnet Sa und So 14–18 Uhr. Bitte beachten Sie die erforderlichen Hygienemaßnahmen.

Laufzeit bis 20. September 2020


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