Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Rosalind Solomon
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Rosalind Solomon: Marigny in her Mother's Marilyn Monroe gown, New Orleans, Louisiana, 1993, © Rosalind Solomon

Werke aus der Sammlung

Rosalind Solomon: Marigny in her Mother’s Marilyn Monroe gown, New Orleans, Louisiana, 1993

Direkt in die Kamera blickt die junge Frau, die Rosalind Solomon 1993 in New Orleans photographiert hat. Sie trägt ein schulterfreies, langes Kleid aus glänzendem Stoff, ebenso auffällige Schuhe, das offene Haar fällt ihr über die Schultern. Die Aufnahme ist wahrscheinlich in ihrem eigenen Schlafzimmer entstanden, hinter dem barock geschwungenen Sofa, auf dem sie sitzt, sieht man den Teil eines Betts. Im Hintergrund ist ein Fenster, seitlich eine Spiegelkommode, vor der ein Servierwagen steht. Marigny, im Marylin Monroe-Kleid ihrer Mutter lautet der Titel des Bildes. Das Blitzlicht der Kamera bringt ihre Person im Kontrast des dunklen Zimmers hell, geradezu leuchtend, hervor. Eine Bühnensituation oder ein Filmset kommen in den Sinn. Marigny, die Tochter, wird zum Starlet, sie schlüpft in eine Rolle, macht sich eine andere Identität zu ihrer eigenen, sie träumt den Traum ihrer Mutter weiter. Aber noch ist es nicht die reale Filmwelt mit Regisseuren, anderen Schauspielern, Maskenbildnern und unzähligen Bewunderern, die sie umgibt, sondern der private Raum ist der Ort des Geschehens. In diesem Kontext wirkt die Puppe im Hintergrund wie ein Relikt aus Kindertagen, die einerseits ein Verweis auf das noch sehr jugendliche Alter von Marigny ist, andererseits ein spiegelbildlicher Kommentar zur künstlich-fiktiven Welt, in die sich Marigny imaginiert.
„Der Gedanke des Maskierens kommt in meinem Werk häufig vor. Ich versuche stets, zum Inneren der Person vor der Kamera durchzudringen. Ich interessiere mich zwar dafür, wie eine Person sich äußerlich gibt, aber in Wahrheit ist es nicht das, was ich suche. Es gibt Menschen, hinter deren Maske man nicht blicken kann. Aber das sind nicht diejenigen, die ich photographieren möchte." So erläutert die amerikanische Photographin Rosalind Solomon 2003 in einem Interview ihre auf ihr Gegenüber gerichtete Blickweise. Reflektiert Solomon in ihren Portraits das äußere Erscheinungsbild einer Person, entlarvt sie dies gleichzeitig als eine Folie und lässt Rückschlüsse auf deren innere Befindlichkeit zu. Ihre Aufnahmen zielen auf ein klischeefreies, authentisches Bild der vorgefundenen Situation und zeugen von Vertrautheit und Respekt der Photographin gegenüber dem Abzubildenden.
Das photographische Werk Rosalind Solomons steht im Bannkreis wichtiger Vertreter der amerikanischen Photographie: Weegee, Lisette Model, bei der sie in den 1970er-Jahren in New York Privatunterricht nahm, Helen Levitt oder Diane Arbus. Mit ihnen verbindet sie eine Vorliebe für einen individuellen Blick auf den Menschen in seinem Alltag. Ihnen allen ist ein spontan achtsamer Blick auf das Detail gemeinsam, eine entlarvende Sicht auf den Menschen, auf das Eigenartige im Spannungsfeld zum übergreifend Gültigen der Gesellschaft.

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur

Ab 2. August 2020 finden wieder regelmäßig öffentliche Führungen am Sonntagnachmittag, 15 Uhr, durch die Ausstellung von Berenice Abbott statt.

Bitte melden Sie sich unter dem eingerichteten Online-Ticketing www.sk-kultur.de an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, die erforderlichen Infektions-schutzmaßnahmen (Schutzmaske und Mindestabstand) bitten wir zu berücksichtigen.Vielen Dank.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

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On Tour:

Boris Becker – Hochbunker. Photographien von Architekturen und Artefakten

ab 18. Juli 2020 zu sehen im Saarlandmuseum, Moderne Galerie, Saarbrücken

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Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur extern:


ANALOGIEN:
BERND & HILLA BECHER,
PETER WELLER, AUGUST SANDER – PHOTOGRAPHISCHE INDUSTRIELANDSCHAFTEN, ARCHITEKTUREN UND PORTRÄTS

im Kunstarchiv Kaiserswerth, Düsseldorf

Geöffnet Sa und So 14–18 Uhr. Bitte beachten Sie die erforderlichen Hygienemaßnahmen.

Laufzeit bis 20. September 2020


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