Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Boris Becker
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Boris Becker: Hochbunker Leverkusen Carl-Duisberg-Straße, 1985; © Boris Becker, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Boris Becker (*1961)

Der Künstler Boris Becker bezeichnet sich selbst als Bildfinder. Seine Aufnahmen entstehen vornehmlich in Deutschland, Italien, Belgien und Polen, ein Projekt führte ihn sogar in den Westen Algeriens. Generell geht es ihm nicht um die Dokumentation landesspezifisch bedeutsamer Orte, Bauwerke oder Aufnahmen von Menschen, sondern um eine kontinuierlich durchgeführte photographische Studie von ihm entdeckter Facetten, die oft übersehen, allgemein für die menschliche Existenz, ihren Umgang mit ihrem Lebensumfeld, Natur- und Kulturraum, Wahrnehmung und Medienreflexion sprechend sind. Verschieden abgestuft realisiert Becker auf Farb-, Flächen- und Strukturwerte konzentrierte, zeichenhaft abstrakte Bilder, die vielfach großformatig umgesetzt, nüchterne Assoziationsfelder bieten und gelegentlich eine Brücke zur Farbflächen-Malerei schlagen.
Behält er auch technisch die von seinen Lehrern Bernd und Hilla Becher bevorzugte Methode der Großbildphotographie bei, die ein kompositorisch gelungenes und ein detailgenaues Abbild der Wirklichkeit begünstigt, sieht der Künstler seine Aufgabe weniger in der Wiedergabe objektiv wahrgenommener Umstände, sondern vielmehr darin, das Vertrauen in die Wirklichkeit sowie in auf sie Bezug nehmende Bilder auf den Prüfstand zu stellen.
Bereits in seiner frühen schwarzweiß und farbig ausgearbeiteten Bildreihe von Hochbunkern, aufgenommen in vielen deutschen Städten, kündigt sich seine kritische Sicht auf die Dinge an. Auch hier richtet sich Boris Beckers Blick weniger auf das Offensichtliche. Intuitiv wendete er sich mit den ausgewählten Bauten Motiven und Formen zu, die ihre Funktion beinahe oberflächenversiegelt, eher verbergen als offen legen. Mit dieser fundamentalen Serie, die die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur u. a. als Dauerleihgabe des Künstlers zu ihrem Bestand zählt, verbindet sich zudem ein faszinierendes Kapitel deutscher Architekturgeschichte.

Biographie

1961               geboren in Köln
1982–1984     Studium an der Hochschule der Künste Berlin bei
                       Professor Wolfgang Ramsbot
1984–1990     Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professor Bernd Becher,
                       seit 1988 Meisterschüler
1993               Arbeitsstipendium des Landes Schleswig-Holstein
1996               Chargesheimer-Stipendium der Stadt Köln
1996–1997     Stipendium der Deutschen Akademie Rom, Villa Massimo
2004               Stipendium Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop
                       Stipendium Künstlerdorf Schöppingen
2004–2006     Gastprofessur für Photographie an der Hochschule für Künste Bremen
2008               Stipendium Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf/Land Brandenburg
2010–2011     Vertretungsprofessur für Photographie an der Kunsthochschule
                       für Medien Köln
2017               AKM Kunstpreis, Koblenz

Boris Becker lebt und arbeitet in Köln.

Literatur

Geräumtes Gelände, mit einem Gedicht von Jürgen Becker, Köln: Verlag der Buchhandlung Walther König, 1995;  Boris Becker, Hrsg. Städtisches Museum Zwickau, Text Rupert Pfab, erschienen anlässlich der Ausstellung des Max-Pechstein-Förderpreises der Stadt Zwickau, 1995; Boris Becker. Felder, Hrsg. Galerie Ulrich Fiedler, Text Christoph Schreier, Köln, Leverkusen, 1995; Boris Becker. 8 x 10. Bilder, Hrsg. Deutsche Akademie Villa Massimo Rom, Text, Interview Barbara Hofmann, Rom, 1997; Territorien. Fotografie Boris Becker, Kunstmuseum Bonn, Texte Stefan Gronert, Anke Solbrig, Köln: Wienand, 1998; Claims and Constructions/Landschaften und Konstruktionen. Fotografien von Boris Becker, Hrsg. Britta E. Buhlmann, Texte Annette Reich, Ulrike Lehmann, Barbara Hofmann, Pfalzgalerie Kaiserslautern, Heidelberg: Kehrer Verlag, 2000; Boris Becker. Mountains, Text, Interview Barbara Hofmann-Johnson, Köln: Zimmermann GmbH, Druck und Medien, 2005; Monochrome. Felder, Flächen, Fakes. Fotoarbeiten von Boris Becker, Städtische Galerie im Park, Viersen, Köln: Zimmermann GmbH, Druck und Medien, 2005; Boris Becker. Artefakte, Hrsg. Ferdinand Ulrich, Hans-Jürgen Schwalm, Essay Boris Becker, erschienen anlässlich der Ausstellung Fluchtpunkt, Plastik, Artefakte. Positionen zeitgenössischer Fotografie, Kunsthalle Recklinghausen 2006/07, Köln: Zimmermann GmbH, Druck und Medien, 2006; Boris Becker. Photographien 1984–2009, Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Texte Siegfried Gohr, Martin Hochleitner, Gespräch zwischen Boris Becker, Gabriele Conrath-Scholl und  Barbara Hofmann-Johnson, Köln: DuMont, 2009; Fakes, Köln: Darling Publications, 2009; Boris Becker. Wüstenbilder / Desert Images. Mapping Lawrence of Arabia, Köln: Wienand Verlag, 2011; Berlin 1978–1987, Hrsg. Claudio Pfeifer, Berlin: PogoBooks, 2015; Staged Confusion, Hrsg. LVR-Landesmuseum Bonn, Gabriele Uelsberg, München, Berlin: Sieveking Verlag, 2016.

Sonderveranstaltungen zur Ausstellung "Boris Becker – Hochbunker":

Do. 12.9., 19 Uhr
Kuratorinnenführung mit Claudia Schubert

Do. 14.11., 19 Uhr
Künstlergespräch mit Boris Becker und Gabriele Conrath-Scholl

So. 17.11.2019 und So. 26.1.2020, 11 Uhr
Führung durch den Hochbunker
Körnerstr. 101, Köln (Anmeldung erforderlich)

Fr. 22.11., 18.30 Uhr
DPGh_Fokus: Führung für Mitglieder der DGPh

Do. 12.12., 19 Uhr
Vortrag von Dr. Elke Purpus "Bunkerbilder – zwischen Inszenierung und Dokumentation"

Fr. 31.1.2020, 18.30 Uhr
Führung für Mitglieder und Gäste der Fördergesellschaft


Anmeldungen und weitere Informationen unter Tel.: 0221/88895300, photographie@sk-kultur.de

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Buchpremiere, Signierstunde und Künstlergespräch

Do. 26.9., 19 Uhr

Andreas Mader: "Die Tage Das Leben 1988–2018"

Immer wieder hat der Photograph ihm nahestehende Freunde und Familien einfühlsam portraitiert. Über die Jahre ist so eine verdichtete visuelle Erzählung über Nähe und Vertrauen, über Veränderung und Neubeginn, über Partnerschaften, Kinder, das Erwachsen- und Älterwerden entstanden.
Andreas Mader wird ausgewählte Originalphotographien aus seinem Langzeitprojekt vorstellen ebenso wie das 2019 erschienene Buch (Edition Fotohof, Salzburg).

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Öffentliche Führungen:

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellungen, um 15 Uhr,
ohne Voranmeldung, Treffpunkt an der Ausstellungskasse (Eintritt + 2 Euro)

Studenten für Studenten
Do. 24.10. und Sa. 2.11., 17 Uhr

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

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Veranstaltungen für Kinder:

Die Photo-Detektive...
Wir entdecken eine Ausstellung
Für Kinder von 6–10 Jahren

Die nächsten Termine:
Sa. 28.9
Sa. 9.11.
Sa. 7.12, immer von 15–16.30 Uhr
Kosten inkl. Eintritt € 7,00

mit Verena Günther
....»» weitere Informationen

Darüber hinaus sind individuelle Buchungen für Kindergruppen möglich, Infos unter
Tel.: 0221/88895300.

Bernd & Hilla Becher
Kohlebunker

Kunstarchiv Kaiserswerth
8. März bis 1. September 2019

verlängert bis 22. September 2019!

Öffnungszeiten Sa, So, 14–18 Uhr

...»» weitere Informationen

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Neuerscheinung:

August Sander: Antlitz der Zeit
60 Fotos deutscher Menschen

Einleitung von Alfred Döblin
mit gesammelten Rezensionen 1929–1933

Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, zusammengestellt und bearbeitet von Gabriele Conrath-Scholl und Claudia Schubert, Schirmer/Mosel, 2019

248 Seiten, 60 Duotone-Tafeln und 32 Abbildungen, ISBN 978-3-8296-0865-7, Preis: 39,80 €

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Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!