Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Daido Moriyama
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Daido Moriyama: Tokio, 1971, © Daido Moriyama Photo Foundation

Daido Moriyama (*1938)

Daido Moriyama photographiert vor allem in den Straßen japanischer Großstädte. Mit einer Kleinbildkamera, zuweilen ohne kontrollierenden Blick durch den Sucher aufgenommen, lassen seine Bilder die Geschwindigkeit erspüren, mit der sie entstanden sind. Die Perspektiven sind oftmals verschoben, die Körnigkeit und die Kontraste hart betont. Unter den Städtebildern finden sich solche, die in schwach beleuchteten Bars und Strip Clubs, auf den Straßen oder in engen, schmutzigen Gassen aufgenommen wurden und in denen die Formen durch die Bewegung eher verschwimmen, als deutliche Konturen erkennen zu lassen. Moriyamas Bildsprache wirkt mitunter drastisch, schroff, aber auch sensible und leise, sie konzentriert sich häufig auf Details, deren Kontext etwa durch eine ungewöhnliche Ausschnittwahl häufig im Unklaren belassen ist.  
Die Originalität von Moriyamas Photographien liegt nicht zuletzt in ihrem mehrdeutigen Verhältnis zur Realität, die er stets vor dem Hintergrund von persönlicher und kollektiver Erinnerung reflektiert. In allen seinen Schaffensperioden nutzt er die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten, die das Medium der Photographie bietet, weist auf die Grenzen des Dokumentarischen hin und setzt ihre Zeichenhaftigkeit als künstlerische Ausdrucksform ein. Der Akt des Photographierens selbst ist für Moriyama eine existentielle Notwendigkeit, der er extensiv und kompromisslos nachgibt.

Daido Moriyama, in Osaka geboren, übersiedelte 1961 nach Tokio, wo seine intensive Auseinandersetzung mit der Photographie begann. Es gelang ihm, als Assistent des berühmten Photographen Eikoh Hosoe zu arbeiten.
Die 1960er-Jahre waren eine entscheidende Epoche in der jüngeren Geschichte Japans – die Einflüsse des modernen Westens, sprich Amerikas, manifestierten sich allzu deutlich in der traditionell ausgerichteten japanischen Gesellschaft. Die Künstler dieser Generation machten mit ihren Werken erstmals auf die zum Teil sehr vehementen Brüche und Widersprüche aufmerksam, die das Eindringen westlicher Wertvorstellungen in Japan provozierte. Moriyama gehörte dieser jungen Künstlergeneration an, die sich mit dem einflußreichen Photomagazin Provoke ein markantes Forum geschaffen hatte. Der Künstler fühlte sich aber trotz aller kritischen Distanz auch zur westlich-amerikanischen Lebenswelt hingezogen, deren freiheitliche Ideen völlig neue Möglichkeiten boten und einen bislang ungeahnten Individualisierungsprozeß in Japan in Gang setzten.

AUGUST-SANDER-PREIS 2020:

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Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur extern:

Analogien:
Bernd & Hilla Becher, Peter Weller,
August Sander – Photographische Industrielandschaften, Architekturen
und Porträts

Kunstarchiv Kaiserswerth
7. März bis 20. September 2020

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Die Ausstellung bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

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