Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Martin Rosswog
D  |  E
Kontakt  /  Impressum  /  Datenschutz
Martin Rosswog: aus der Bildreihe "Maria Kiszler (Donauschwäbin), Cikó, Ungarn", April 2003; © Martin Rosswog, VG Bild-Kunst, Bonn, 2019

Martin Rosswog (*1950)

Seit den 1980er-Jahren arbeitet Martin Rosswog an einem photographischen Langzeitprojekt, das mit großem, persönlichem Einsatz in vielen Ländern und Regionen Europas entstanden ist. Im Fokus steht dabei eine detailgenaue Beschreibung von ländlichen Wohn-und Lebensräumen. Diese hat der Photograph in eher kleinen Orten jenseits touristischer Wege aufgesucht. Meist ist er mehrfach dorthin gereist und hat ausgewählte Häuser und Gehöfte in Bildreihen dokumentiert. Zu jeder dieser Reihen gehören ein Portrait der Bewohner, Außenansichten des Hauses und des Grundstücks, und schließlich die methodische Ablichtung der Wohnräume, mit näher betrachteten Einrichtungsstücken und Stillleben.

Geographisch hat sich Rosswog vom östlichen bis an den westlichen Rand Europas bewegt und in Ländern wie Russland, Finnland, Ukraine, Rumänien, Ungarn und Bulgarien photographiert; auch führte ihn sein Weg nach Irland und Schottland, Spanien und Portugal. Martin Rosswog hält solche Haus- und Wirtschaftsbauten im Bild fest, die noch nicht gänzlich von modernen Einflüssen vereinnahmt wurden und in denen teilweise noch die jahrhundertelange, bis in vorindustrielle Zeiten reichende Nutzung sichtbar ist. Sein Interesse zielt auf die einfache Gebrauchsarchitektur, im Englischen als vernacular bezeichnet, die sich zweckgebunden und aus den zur Verfügung stehenden Mitteln gebildet hat. Daran orientieren sich auch seine bildästhetischen Entscheidungen, die historisch Gewachsenes wie jüngere Zeichen der Zeit einbeziehen, gelegentlich sogar in einen Vergleich stellen. Einer nostalgisch-verklärenden Blickrichtung folgt er nicht, sein Vorgehen ist systematisch, seine Bildsprache sachlich-beschreibend. Als Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Professor Bernd Becher (Abschluss 1987 als Meisterschüler) liegt seine künstlerische Herkunft im Konzeptuell-Dokumentarischen. Die Arbeit in Bildgruppen und das Anliegen des vergleichenden Sehens bewähren sich als durchgängiges Werkprinzip. Der Umfang der einzelnen Bildgruppen ist jedoch unterschiedlich, und auch die verschiedenen Motive sind nur bedingt einheitlich umgesetzt. So finden sich in seinen Sequenzen sowohl schwarzweiße als auch farbige Bilder.

Biographie

1950               geboren in Bergisch Gladbach
Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, Studiengang freie Kunst, Meisterschüler von Prof. Bernd Becher, seit 1988 als Photograph und Buchautor tätig.
2005                Rheinisches Landesmuseum, Bonn
2006                Museum Brukenthal, Sibiu, Rumänien
2009                Ostslowakische Galerie, Kosice
2015                Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln

Literatur

Rückblende – Befragung einer Generation, Köln: DuMont, 1985; Menschenbilder. Portraitfotografie von Martin Rosswog, Text Barbara Maria Kloos, Köln: DuMont, 1989; Asylbilder. Fotografien von Martin Rosswog, Essays Klaus Honnef, Raimund Hoghe, Köln: DuMont, 1996; Ländliche Innenräume. Photographien von Martin Rosswog, München, Paris, London: Schirmer/Mosel, 1996; Martin Rosswog. Inside Houses, Text Andreas Graf, Köln: Könemann, 2001; Martin Rosswog: Schultenhöfe, Text Jan Carstensen, München: Schirmer/Mosel, 2005; Martin Rosswog, Ulla Lachauer: Menschen an der Memel, Text Ulla Lachauer, Photographie und Tagebuchtexte Martin Rosswog, Heidelberg: Edition Braus, 2007; Milton, South Uist, Scotland, Texte Fr Michael J. MacDonald, Claudia Schubert, München: Schirmer/Mosel, 2015; Kolchoz und Bauernhof: Ländliches Leben und Arbeiten in Europa, LVR-Freilichtmuseum Kommern, 2017

Sonderveranstaltungen zur Ausstellung "Boris Becker – Hochbunker":

Do. 12.9., 19 Uhr
Kuratorinnenführung mit Claudia Schubert

Do. 14.11., 19 Uhr
Künstlergespräch mit Boris Becker und Gabriele Conrath-Scholl

So. 17.11.2019 und So. 26.1.2020, 11 Uhr
Führung durch den Hochbunker
Körnerstr. 101, Köln (Anmeldung erforderlich)

Fr. 22.11., 18.30 Uhr
DPGh_Fokus: Führung für Mitglieder der DGPh

Do. 12.12., 19 Uhr
Vortrag von Dr. Elke Purpus "Bunkerbilder – zwischen Inszenierung und Dokumentation"

Fr. 31.1.2020, 18.30 Uhr
Führung für Mitglieder und Gäste der Fördergesellschaft


Anmeldungen und weitere Informationen unter Tel.: 0221/88895300, photographie@sk-kultur.de

_________________________________

Buchpremiere, Signierstunde und Künstlergespräch

Do. 26.9., 19 Uhr

Andreas Mader: "Die Tage Das Leben 1988–2018"

Immer wieder hat der Photograph ihm nahestehende Freunde und Familien einfühlsam portraitiert. Über die Jahre ist so eine verdichtete visuelle Erzählung über Nähe und Vertrauen, über Veränderung und Neubeginn, über Partnerschaften, Kinder, das Erwachsen- und Älterwerden entstanden.
Andreas Mader wird ausgewählte Originalphotographien aus seinem Langzeitprojekt vorstellen ebenso wie das 2019 erschienene Buch (Edition Fotohof, Salzburg).

__________________________________

Öffentliche Führungen:

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellungen, um 15 Uhr,
ohne Voranmeldung, Treffpunkt an der Ausstellungskasse (Eintritt + 2 Euro)

Studenten für Studenten
Do. 24.10. und Sa. 2.11., 17 Uhr

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

__________________________________

Veranstaltungen für Kinder:

Die Photo-Detektive...
Wir entdecken eine Ausstellung
Für Kinder von 6–10 Jahren

Die nächsten Termine:
Sa. 28.9
Sa. 9.11.
Sa. 7.12, immer von 15–16.30 Uhr
Kosten inkl. Eintritt € 7,00

mit Verena Günther
....»» weitere Informationen

Darüber hinaus sind individuelle Buchungen für Kindergruppen möglich, Infos unter
Tel.: 0221/88895300.

Bernd & Hilla Becher
Kohlebunker

Kunstarchiv Kaiserswerth
8. März bis 1. September 2019

verlängert bis 22. September 2019!

Öffnungszeiten Sa, So, 14–18 Uhr

...»» weitere Informationen

________________________________

Neuerscheinung:

August Sander: Antlitz der Zeit
60 Fotos deutscher Menschen

Einleitung von Alfred Döblin
mit gesammelten Rezensionen 1929–1933

Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, zusammengestellt und bearbeitet von Gabriele Conrath-Scholl und Claudia Schubert, Schirmer/Mosel, 2019

248 Seiten, 60 Duotone-Tafeln und 32 Abbildungen, ISBN 978-3-8296-0865-7, Preis: 39,80 €

_________________________________

Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!