Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Peter Weller
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Peter Weller: Marienhütte bei Eiserfeld/Sieg, o.J.

Peter Weller (1868-1940)

Um 1900, wahrscheinlich ohne Auftrag, begann Peter Weller, die nähere Umgebung des Siegerlandes photographisch zu erkunden. Ihn interessierten die typischen, das Land prägenden Erscheinungen wie die zahlreichen Bergwerke und Hütten, die regionale Land- und Haubergswirtschaft, aber auch die tägliche Arbeit der Menschen hält er im Bild fest, ebenso Ansichten größerer und kleinerer Ortschaften.
In Hommelsberg im Kreis Altenkirchen geboren, begann Weller zunächst als Haldenjunge auf der benachbarten Zeche Bindweide zu arbeiten. Schon bald erwarb er sich kaufmännische Kenntnisse, die ihm eine höhergestellte Anstellung in der Bergwerksverwaltung ermöglichten. Nicht zuletzt waren es bessere wirtschaftliche Verhältnisse, die ihm eine Beschäftigung mit der Photographie erlaubten. Bekannt ist, dass er einen guten Kontakt zu dem Betzdorfer Kaufmann Peter Joseph Kirschbaum hatte, Sohn seines Vorgesetzten und in den 1890er-Jahren bekanntermaßen ambitionierter, eifriger Photograph. Von einem Austausch zwischen beiden kann sicher ausgegangen werden.
Die Photographien Peter Wellers zeichnen sich durch einen betont sachlich-dokumentarischen Ansatz aus. Sie lassen an die großen photographischen Dokumentationsprojekte von der Mitte des 19. Jahrhunderts an denken, die aus einem starken historisch-kulturellen Bewusstsein heraus entstanden. So hatte es sich beispielsweise in Frankreich die Mission heliographique ab 1851 zur Aufgabe gemacht, die historischen Bauten und Denkmäler von ausgewählten Photographen dokumentieren zu lassen. Auf einen solchen Großauftrag konnte, wie bereits erwähnt, Peter Weller nicht zurückgreifen.
Die erste nachgewiesene Ausstellung zu Lebzeiten des Photographen, für die er im Übrigen ein Diplom und einen Geldbetrag erhielt, fand im Jahre 1910 in Altenkirchen statt. Sie zeigte 50 Photographien aus Forst- und Landwirtschaft. Es sollte noch eine weitere folgen, die 1913 in den Städtischen Museen in Essen präsentiert wurde. Es handelt sich um die Ausstellung Das Sauerland, die auch eine große Landesschau umfasste. Peter Weller gehörte zu jenen Teilnehmern, die das Siegerland vertraten. Weller hatte noch für eine dritte, 1915 geplante Ausstellung Photographien erarbeitet und zusammengestellt, die jedoch durch den Ersten Weltkrieg verhindert wurde. Überhaupt scheint es so gewesen zu sein, dass die Kriegsgeschehnisse eine Zäsur in seiner photographischen Tätigkeit bewirkten. Es existieren Aufnahmen, die Betzdorf während des Ersten Weltkriegs zeigen, Bilder von versammelten Truppen am Bahnhof, Einblicke in ein Lazarett oder eine Kleidersammlung in den Straßen. Ob Weller nach dem Krieg noch photographiert hat, kann nicht eindeutig beantwortet werden.
1919 verkaufte der Photograph seine rund 800 Glasplatten an den Siegerländer Heimatverein. Sie wurden unter anderem im Siegerländer Museum Oberes Schloss bewahrt und befinden sich seit 2003 in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur. Dass das Werk heute diese Wertschätzung erfährt, ist auch dem Photographen Bernd Becher zu verdanken. Er ist auf die Aufnahmen Wellers während eigener Recherchen im Siegerland aufmerksam geworden. Ihm muss die Bedeutung der Bilder sofort klar gewesen sein, erkannte er in Weller doch einen Photographen, der wie er selbst ein großes Interesse am Bergwerks- und Hüttenwesen im Siegerland hatte. Auch der sachliche Blick, die dokumentarische Bildauffassung und die systematische Vorgehensweise, die sich in Peter Wellers Aufnahmen manifestieren, mögen für Bernd Becher ein ausschlaggebendes Kriterium gewesen sein. 

Biographie:

1868           geboren in Hommelsberg, Kreis Altenkirchen
um 1882     beginnt, als Haldenjunge auf der Zeche Bindweide bei Steinebach zu arbeiten
1891           wechselt in das Büro der Zeche
1896           angestellt bei der Krupp’schen Bergwerksverwaltung in Kirchen
1899           Heiratet Maria Rütt aus Kirchen
um 1900     beginnt zu photographieren
1902           angestellt bei der Krupp’schen Zentralwerkstätte in Scheuerfeld
1903           Umzug von Kirchen nach Betzdorf
1911           Rückkehr zur Krupp’schen Bergwerksverwaltung, die zwischenzeitlich nach
                   Betzdorf umgezogen war
1915           beginnt, kaufmännische Unterrichtskurse zu geben, wahrscheinlich bis 1922
1919           Umzug nach Lüdenscheidt im Sauerland, dort betreibt er bis 1923 im Auftrag
                   der Essenener Kinematographen-Gesellschaft das Zentral-Theater, nicht genau  
                   zu spezifizierende Tätigkeit im kaufmännischen Bereich
1933           Umzug nach Düsseldorf
1937           eine Firma Central-Theater Weller & Co. ist verzeichnet
1940           Peter Weller stirbt in Düsseldorf

Literatur:

Hauberg und Eisen. Landwirtschaft und Industrie im Siegerland um 1900, Photographien von Peter Weller und anderen, Texte von Winfried Ranke und Gottfried Korff, München: Schirmer/Mosel, 1980; Im Land der Erzgruben, Eisenhütten und Hauberge. Unterwegs mit dem Photographen Peter Weller, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V., mit Beiträgen von Thomas A. Bartolosch, Alfred Becker, Dieter Crevecoeur, Egon Müller und Friedrich Reuter, Siegen 2011.

Sonderveranstaltungen zur Ausstellung "Boris Becker – Hochbunker":

Do. 12.9., 19 Uhr
Kuratorinnenführung mit Claudia Schubert

Do. 14.11., 19 Uhr
Künstlergespräch mit Boris Becker und Gabriele Conrath-Scholl

So. 17.11.2019 und So. 26.1.2020, 11 Uhr
Führung durch den Hochbunker
Körnerstr. 101, Köln (Anmeldung erforderlich)

Fr. 22.11., 18.30 Uhr
DPGh_Fokus: Führung für Mitglieder der DGPh

Do. 12.12., 19 Uhr
Vortrag von Dr. Elke Purpus "Bunkerbilder – zwischen Inszenierung und Dokumentation"

Fr. 31.1.2020, 18.30 Uhr
Führung für Mitglieder und Gäste der Fördergesellschaft


Anmeldungen und weitere Informationen unter Tel.: 0221/88895300, photographie@sk-kultur.de

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Buchpremiere, Signierstunde und Künstlergespräch

Do. 26.9., 19 Uhr

Andreas Mader: "Die Tage Das Leben 1988–2018"

Immer wieder hat der Photograph ihm nahestehende Freunde und Familien einfühlsam portraitiert. Über die Jahre ist so eine verdichtete visuelle Erzählung über Nähe und Vertrauen, über Veränderung und Neubeginn, über Partnerschaften, Kinder, das Erwachsen- und Älterwerden entstanden.
Andreas Mader wird ausgewählte Originalphotographien aus seinem Langzeitprojekt vorstellen ebenso wie das 2019 erschienene Buch (Edition Fotohof, Salzburg).

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Öffentliche Führungen:

An jedem Sonntag während der Laufzeit der Ausstellungen, um 15 Uhr,
ohne Voranmeldung, Treffpunkt an der Ausstellungskasse (Eintritt + 2 Euro)

Studenten für Studenten
Do. 24.10. und Sa. 2.11., 17 Uhr

Das Führungsprogramm wird von der Fördergesellschaft der Photographischen Sammlung unterstützt.

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Veranstaltungen für Kinder:

Die Photo-Detektive...
Wir entdecken eine Ausstellung
Für Kinder von 6–10 Jahren

Die nächsten Termine:
Sa. 28.9
Sa. 9.11.
Sa. 7.12, immer von 15–16.30 Uhr
Kosten inkl. Eintritt € 7,00

mit Verena Günther
....»» weitere Informationen

Darüber hinaus sind individuelle Buchungen für Kindergruppen möglich, Infos unter
Tel.: 0221/88895300.

Bernd & Hilla Becher
Kohlebunker

Kunstarchiv Kaiserswerth
8. März bis 1. September 2019

verlängert bis 22. September 2019!

Öffnungszeiten Sa, So, 14–18 Uhr

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Neuerscheinung:

August Sander: Antlitz der Zeit
60 Fotos deutscher Menschen

Einleitung von Alfred Döblin
mit gesammelten Rezensionen 1929–1933

Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, zusammengestellt und bearbeitet von Gabriele Conrath-Scholl und Claudia Schubert, Schirmer/Mosel, 2019

248 Seiten, 60 Duotone-Tafeln und 32 Abbildungen, ISBN 978-3-8296-0865-7, Preis: 39,80 €

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Kinderführungen

Öffnungszeiten und Eintritt

Während der Laufzeit ist die Ausstellung täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen
Eintritt 5,50 € (erm. 3,00 €)
An jedem ersten Montag im Monat freier Eintritt!