Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Peter Weller
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Peter Weller: Marienhütte bei Eiserfeld, 1909–1914, Bestand Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln; Originalnegativ Dauerleihgabe des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins, Siegen; Neuabzug 2002 in Kooperation mit Bernd & Hilla Becher.

Peter Weller (1868-1940)

Um 1900, wahrscheinlich ohne Auftrag, begann Peter Weller, die nähere Umgebung des Siegerlandes photographisch zu erkunden. Ihn interessierten die typischen, das Land prägenden Erscheinungen wie die zahlreichen Bergwerke und Hütten, die regionale Land- und Haubergswirtschaft, aber auch die tägliche Arbeit der Menschen hält er im Bild fest, ebenso Ansichten größerer und kleinerer Ortschaften.
In Hommelsberg im Kreis Altenkirchen geboren, begann Weller zunächst als Haldenjunge auf der benachbarten Zeche Bindweide zu arbeiten. Schon bald erwarb er sich kaufmännische Kenntnisse, die ihm eine höhergestellte Anstellung in der Bergwerksverwaltung ermöglichten. Nicht zuletzt waren es bessere wirtschaftliche Verhältnisse, die ihm eine Beschäftigung mit der Photographie erlaubten. Bekannt ist, dass er einen guten Kontakt zu dem Betzdorfer Kaufmann Peter Joseph Kirschbaum hatte, Sohn seines Vorgesetzten und in den 1890er-Jahren bekanntermaßen ambitionierter, eifriger Photograph. Von einem Austausch zwischen beiden kann sicher ausgegangen werden.
Die Photographien Peter Wellers zeichnen sich durch einen betont sachlich-dokumentarischen Ansatz aus. Sie lassen an die großen photographischen Dokumentationsprojekte von der Mitte des 19. Jahrhunderts an denken, die aus einem starken historisch-kulturellen Bewusstsein heraus entstanden. So hatte es sich beispielsweise in Frankreich die Mission heliographique ab 1851 zur Aufgabe gemacht, die historischen Bauten und Denkmäler von ausgewählten Photographen dokumentieren zu lassen. Auf einen solchen Großauftrag konnte, wie bereits erwähnt, Peter Weller nicht zurückgreifen.
Die erste nachgewiesene Ausstellung zu Lebzeiten des Photographen, für die er im Übrigen ein Diplom und einen Geldbetrag erhielt, fand im Jahre 1910 in Altenkirchen statt. Sie zeigte 50 Photographien aus Forst- und Landwirtschaft. Es sollte noch eine weitere folgen, die 1913 in den Städtischen Museen in Essen präsentiert wurde. Es handelt sich um die Ausstellung Das Sauerland, die auch eine große Landesschau umfasste. Peter Weller gehörte zu jenen Teilnehmern, die das Siegerland vertraten. Weller hatte noch für eine dritte, 1915 geplante Ausstellung Photographien erarbeitet und zusammengestellt, die jedoch durch den Ersten Weltkrieg verhindert wurde. Überhaupt scheint es so gewesen zu sein, dass die Kriegsgeschehnisse eine Zäsur in seiner photographischen Tätigkeit bewirkten. Es existieren Aufnahmen, die Betzdorf während des Ersten Weltkriegs zeigen, Bilder von versammelten Truppen am Bahnhof, Einblicke in ein Lazarett oder eine Kleidersammlung in den Straßen. Ob Weller nach dem Krieg noch photographiert hat, kann nicht eindeutig beantwortet werden.
1919 verkaufte der Photograph seine rund 800 Glasplatten an den Siegerländer Heimatverein. Sie wurden unter anderem im Siegerländer Museum Oberes Schloss bewahrt und befinden sich seit 2003 in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur. Dass das Werk heute diese Wertschätzung erfährt, ist auch dem Photographen Bernd Becher zu verdanken. Er ist auf die Aufnahmen Wellers während eigener Recherchen im Siegerland aufmerksam geworden. Ihm muss die Bedeutung der Bilder sofort klar gewesen sein, erkannte er in Weller doch einen Photographen, der wie er selbst ein großes Interesse am Bergwerks- und Hüttenwesen im Siegerland hatte. Auch der sachliche Blick, die dokumentarische Bildauffassung und die systematische Vorgehensweise, die sich in Peter Wellers Aufnahmen manifestieren, mögen für Bernd Becher ein ausschlaggebendes Kriterium gewesen sein. 

Biographie:

1868           geboren in Hommelsberg, Kreis Altenkirchen
um 1882     beginnt, als Haldenjunge auf der Zeche Bindweide bei Steinebach zu arbeiten
1891           wechselt in das Büro der Zeche
1896           angestellt bei der Krupp’schen Bergwerksverwaltung in Kirchen
1899           Heiratet Maria Rütt aus Kirchen
um 1900     beginnt zu photographieren
1902           angestellt bei der Krupp’schen Zentralwerkstätte in Scheuerfeld
1903           Umzug von Kirchen nach Betzdorf
1911           Rückkehr zur Krupp’schen Bergwerksverwaltung, die zwischenzeitlich nach
                   Betzdorf umgezogen war
1915           beginnt, kaufmännische Unterrichtskurse zu geben, wahrscheinlich bis 1922
1919           Umzug nach Lüdenscheidt im Sauerland, dort betreibt er bis 1923 im Auftrag
                   der Essenener Kinematographen-Gesellschaft das Zentral-Theater, nicht genau  
                   zu spezifizierende Tätigkeit im kaufmännischen Bereich
1933           Umzug nach Düsseldorf
1937           eine Firma Central-Theater Weller & Co. ist verzeichnet
1940           Peter Weller stirbt in Düsseldorf

Literatur:

Hauberg und Eisen. Landwirtschaft und Industrie im Siegerland um 1900, Photographien von Peter Weller und anderen, Texte von Winfried Ranke und Gottfried Korff, München: Schirmer/Mosel, 1980; Im Land der Erzgruben, Eisenhütten und Hauberge. Unterwegs mit dem Photographen Peter Weller, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V., mit Beiträgen von Thomas A. Bartolosch, Alfred Becker, Dieter Crevecoeur, Egon Müller und Friedrich Reuter, Siegen 2011.

Unsere aktuelle Ausstellung wird wieder von einem vielseitigen Führungs- und Veranstaltungsprogramm begleitet. Besuchen Sie unsere regelmäßigen öffentlichen Sonntagsführungen,
Start 15 Uhr.
Themenschwerpunkt am ersten Sonntag im Monat:

So., 4.12., 15 Uhr: Visual Trips durch Ost und West: Farbphotographien von Stephen Shore, Achim Riechers, Katja Stuke, Daido Moriyama

So., 8.1.2023: Amerika im Fokus: Beispiele einflussreicher Konzepte von William Christenberry, Lee Friedlander, Stephen Shore, Henry Wessel


Weitere Veranstaltungen:

So., 27.11., 17 Uhr: Themenführung für 18 bis 24jährige – Industrie und Landschaft. Zwei intuitive Gegensätze?
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Di., 13.12., 18 Uhr: Studierende für Studierende – Photographie als Archiv. Teilen und Sammeln in der Photographie. Von August Sander bis Stephen Shore
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Auch die Photo-Detektive sind wieder Geheimnissen auf der Spur –

wenn ihr zwischen 6 und 10 Jahren alt seid, gerne etwas über Photographien und Bilder erfahren und auch selbst welche machen möchtet, dann kommt zu unseren Kinderführungen.

Nächste Termine wieder im Frühjahr 2023.

Wir freuen uns auf euch!

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August-Sander-Preis 2022

Gewonnen hat...»»

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Zur Auswertung der Umfrage, die Deutsche Gesellschaft für Photographie und die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur initiiert und 2020/2021 durchgeführt haben. Befragt wurden bundesweit Institution, und mit photographischen Sammlungen und Archiven betraut sind.

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DEUTSCHES FOTOINSTITUT:

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur kooperiert mit der Stadt Düsseldorf und dem DFI e. V., um die Fotokunst gemeinsam zu stärken.

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ON TOUR:

Bernd und Hilla Becher im Metropolitan Museum of Art in New York –

15. Juli bis 6. November 2022

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