Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur -  Simone Nieweg
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Simone Nieweg: Porreebeet, Duisburg-Walsum, 2003, © Simone Nieweg

Simone Nieweg: Porreebeet, Duisburg-Walsum, 2003

Unendlich sind die Varianten von Grüntönen, die die photographische Ansicht eines Gartenstücks mit Anpflanzungen verschiedener Gemüsearten zeigt. „Porreebeet“ hat Simone Nieweg ihre Aufnahme genannt. Die aus der Erde ragenden Blätter des Porrees in einen rechteckig angelegtem Beet verweisen ins Bläuliche, die umgebenden Pflanzen wie Stangenbohnen, Kartoffeln, auch Brennnesseln und Löwenzahn changieren von Gelbgrün bis zu gesättigtem tiefen Grün. Eine andere, fast kontrastierende Farbwelt verkörpern die drei Eimer in Blau, Rot und Weiß, die am Rand des Beetes abgestellt wurden. Fremd wirken sie und geben doch der Aufnahme gleichzeitig einen Moment von Gegenwärtigkeit, von Gebrauch und Tätigkeit. Auch unterstützen sie die Bildkomposition dahingehend, dass sie die diagonale Begrenzung des Porreebeetes augenscheinlich verstärken. In ähnlicher Weise verhält es sich im Bildvordergrund links mit dem an einem Holzpflock befestigten Stück Maschendrahtzaun, der die Grenze eines anderen Beetes markiert.
    Bei dem von Simone Nieweg photographierten Gartenausschnitt handelt es um sogenanntes Grabeland. Im Gegensatz zum Schrebergarten ist das Grabeland nicht für eine langfristige Pacht oder gar für einen Grundstücksbesitz vorgesehen. Vielmehr geht es um eine jährliche Zwischennutzung, bis eine Verwendung etwa als Bauland oder für andere Zwecke ausgewiesen wird. Entsprechend ist auch die Bepflanzung vorgeschrieben, nichts Mehrjähriges oder etwa Gehölze sind erlaubt. Ein Provisorium also, rein der Nutzung unterworfen und optimiert. So sind im Terrain des Grabelands wenig dekorative Elemente zu finden, keine Gartenmöblierung, kein Sonnenschirm oder Grill, nichts, was auf eine eher freizeitliche Komponente verweisen würde. Vielmehr dominieren Arbeitsgeräte, die für die Präparierung des Bodens und zur Pflege der Pflanzen benötigt werden.
    Was Simone Nieweg am Grabeland besonders interessiert, sind die Formen und Strukturen, die unter solchen Bedingungen entstehen. Seit Mitte der 1980er-Jahre, kurz nach dem Beginn ihres Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf bei Bernd Becher, verfolgt sie dieses Projekt. Darüber hinaus sind Gärten, Felder und Landschaften, in jüngster Zeit auch Waldeinblicke, die Themenbereiche, die Simone Nieweg konsequent und in zeitübergreifenden Serien in ihrem Werk verfolgt. Sie bevorzugt die Großbildkamera und eine Ausarbeitung ihrer Motive in Farbe.

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